USA starten Kampagne "Economic Outcast" gegen Irans Krypto-Sektor

KI-Marktzusammenfassung
Das US-Finanzministerium erweiterte die Iran-bezogenen sektoralen Sanktionen, um digitale Vermögenswerte ausdrücklich einzubeziehen, wodurch OFAC jede globale Einheit ins Visier nehmen kann, die Unterstützungsleistungen für Irans Krypto-Sektor erbringt, und das Risiko von Sekundärsanktionen für Börsen, Zahlungsinfrastrukturen und Intermediäre erhöht. Die Maßnahme, verbunden mit Einstufungen im Zusammenhang mit mutmaßlichen Krypto-unterstützten IRGC-Ölverkäufen von über 100 Mio. US-Dollar, erhöht das Compliance- und Kontrahentenrisiko in den Kryptomärkten und könnte die Liquidität für risikoreichere Ströme verknappen.
Einflussstufe
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Am 24. August hat das US-Finanzministerium eine neue Sanktionsoffensive gegen Iran gestartet. Unter der Executive Order 13902 weitet die Behörde sektorale Maßnahmen erstmals ausdrücklich auf digitale Vermögenswerte aus. Künftig kann jede Organisation oder Person sanktioniert werden, die nach Einschätzung Washingtons im iranischen Digital-Asset-Sektor tätig ist oder diesen mit Dienstleistungen unterstützt – unabhängig vom Standort. Die Initiative wird als regierungsweite Wirtschaftskampagne gegen das iranische Regime und dessen Unterstützer beschrieben. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) richtet die sektoralen Sanktionen unter Executive Order 13902 auf fünf Schlüsselbereiche: digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt. Vermögenswerte gelisteter Einheiten mit US-Bezug werden eingefroren. Ausländische Banken, die wesentliche Transaktionen mit den Betroffenen abwickeln, müssen zudem mit Einschränkungen ihrer US-Konten rechnen. Das Finanzministerium begründete den Schritt mit der wachsenden Nutzung von Kryptowährungen zur Umgehung von Sanktionen. Digitale Assets würden zunehmend als bevorzugtes Instrument genutzt, um Transaktionen zu ermöglichen, die mit den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) und Akteuren aus dem Umfeld der iranischen Führung verbunden seien. Im Zuge der Maßnahmen setzte OFAC den ukrainischen Broker Ivan Obukhov, nach US-Angaben Staatsbürger der Vereinigten Arabischen Emirate, sowie dessen Unternehmen Foscom FZE auf die Sanktionsliste. Laut US-Finanzministerium soll Obukhov seit 2023 Kryptowährungszahlungen von über 100 Mio. US-Dollar abgewickelt haben, um Ölverkäufe der Quds Force der IRGC (IRGCQF) zu erleichtern. Er habe zudem als Broker für Schiffe der iranischen "Schattenflotte" fungiert, den Transport von Öl unterstützt und bei der Beschaffung von Schiffen mitgewirkt, die später für Sanktionsumgehung eingesetzt worden seien. Obukhov wurde nach Executive Order 13224 in der geänderten Fassung gelistet, weil er nach US-Darstellung wesentliche Unterstützung, Sponsoring oder finanzielle, materielle bzw. technologische Hilfe für die IRGCQF geleistet habe. Foscom FZE, ein Unternehmen in den VAE, das er 2022 erworben habe und als Anteilseigner sowie General Manager führe, wurde sanktioniert, weil es direkt oder indirekt in seinem Eigentum stehe bzw. von ihm kontrolliert oder gesteuert werde. Parallel dazu wurden knapp 60 weitere Unternehmen, Personen und Schiffe auf die Sanktionsliste gesetzt. Sie stehen laut US-Seite im Zusammenhang mit Netzwerken für Nuklear- und Raketenbeschaffung, Cyber-Operationen sowie Öleinnahmen. Mit der Ausweitung auf den gesamten Digital-Asset-Sektor verschärft sich das Risiko sogenannter Sekundärsanktionen deutlich. Anders als frühere, punktuelle Schritte gegen einzelne Börsen oder Wallets etabliert die US-Regierung damit einen breiteren Rahmen: Auch ausländische Intermediäre, Exchange-Dienstleister, Zahlungskanäle und sogar technische Supportanbieter können bei entsprechenden Feststellungen gelistet werden. Neben eingefrorenen Vermögenswerten drohen dadurch auch Geschäftspartnern Beschränkungen. Finanzminister Scott Bessent erklärte, die Operation sei auf Anweisung von Präsident Trump gestartet worden. Ziel sei es, "jede wirtschaftliche Lebensader" zu kappen, die das Regime stütze, bis Teheran vollständig isoliert sei. Er sprach von einem "wirtschaftlichen D-Day" und warnte, jede Einheit mit wirtschaftlichen Kontakten zum Regime werde mit der vollen Reichweite der US-Befugnisse konfrontiert. Die aktuellen Schritte markieren die bislang weitreichendste Verschärfung in einer Serie von Maßnahmen gegen iranische Krypto-Kanäle. Im Januar 2026 hatte OFAC erstmals Digital-Asset-Börsen mit Iran-Bezug sanktioniert und die in Großbritannien registrierten Plattformen Zedcex und Zedxion ins Visier genommen. Im Juni folgten vier iranische Kryptobörsen, darunter Nobitex als größte Plattform des Landes. Am 7. August wurden zudem Shelbit und Aban Tether sanktioniert; nach US-Angaben sollen beide zusammen Transaktionen von rund 5 Mio. US-Dollar mit Iran-Bezug ermöglicht haben. Bessent hatte zuvor öffentlich erklärt, die USA hätten nahezu 1 Mrd. US-Dollar an Kryptowerten aus Börsen und Wallets mit Iran-Verbindungen beschlagnahmt. In früheren Fällen wurden auch einzelne Wallets eingefroren. Nach Darstellung des US-Finanzministeriums zählen digitale Vermögenswerte neben Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt zu den zentralen Sektoren, über die Iran seine Wirtschaft stützen wolle. Washington verweist auf kartierte Netzwerke, über die Öl geschmuggelt, Sanktionen umgangen und damit verbundene Aktivitäten finanziert würden. US-Vertreter sehen Kryptowährungen als wichtigen Ausweichkanal, seit traditionelle Finanzwege stärker eingeschränkt sind, und verknüpfen die Nutzung unter anderem mit Transaktionen zugunsten der IRGC sowie mit dem Recycling von Öleinnahmen. Mit der Einbeziehung des gesamten Digital-Asset-Sektors unter Executive Order 13902 sinkt aus US-Sicht die Hürde für künftige Listungen von Vermittlern und Dienstleistern. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte OFAC auf Basis der Entscheidung bereits entsprechende Benennungen vorgenommen und aktualisiert die Sanktionsliste fortlaufend.