MicroStrategy verkauft 32 BTC und kauft 1.550 BTC – Dividendenzahlungen als Auslöser
Der jüngste, kleine Bitcoin-Verkauf von MicroStrategy rückt Michael Saylors "Never sell"-Botschaft in ein neues Licht. Auf der Konferenz BTC Prague am 11. Juni verteidigte Saylor den Schritt, nachdem Strategy (MicroStrategy) offengelegt hatte, zwischen dem 26. und 31. Mai 32 BTC für rund 2,5 Mio. US-Dollar verkauft zu haben. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei 77.135 US-Dollar je Coin. Es war der erste gemeldete Bitcoin-Verkauf des Unternehmens seit Dezember 2022.
Saylor stellte vor Publikum klar: "Ich habe EUCH aufgefordert, eure Bitcoin nie zu verkaufen" – das sei persönliche Empfehlung, nicht zwingend Maßstab für das Treasury-Management eines Unternehmens. Der Verkauf sei eine Finanzierungsentscheidung gewesen und kein Zeichen nachlassender Überzeugung.
Aus den Unternehmensunterlagen geht hervor, wofür die Erlöse gedacht waren: zur Unterstützung von Ausschüttungen auf Vorzugsaktien. Der Vorstand hatte Bardividenden mit Zahlungstermin 30. Juni für mehrere Vorzugsserien (STRF, STRC, STRE, STRK und STRD) beschlossen; die STRC-Dividende ist mit einer jährlichen Rate von 11,50% ausgewiesen. Gemessen am damaligen Bestand entsprach der Verkauf von 32 BTC nur etwa 0,0038% der Bitcoin-Reserven – operativ unbedeutend, kommunikativ aber bemerkenswert angesichts der langjährigen Akkumulationsstrategie.
Kurz darauf folgte ein deutlich größeres Gegensignal: Zwischen dem 1. und 7. Juni kaufte Strategy 1.550 BTC für 101,3 Mio. US-Dollar zu einem Durchschnittspreis von 65.332 US-Dollar. Damit stieg der gemeldete Bestand auf 845.256 BTC. Zugleich erhöhte das Unternehmen seine US-Dollar-Cash-Reserve um 100 Mio. US-Dollar auf 1 Mrd. US-Dollar. Der Zukauf – nahezu 50-mal so groß wie der vorherige Verkauf – wurde teilweise aus Erlösen des At-the-market-Aktienprogramms finanziert und diente sowohl der Aufstockung der Bitcoin-Position als auch dem Wiederaufbau von Liquiditätspuffern.
Das Dashboard weist nun 845.256 BTC mit durchschnittlichen Anschaffungskosten von 75.680 US-Dollar aus; damit bleibt Strategy mit großem Abstand der größte börsennotierte Unternehmenshalter von Bitcoin nach öffentlich verfügbaren Angaben.
Der Vorgang verdeutlicht die Spannung zwischen dem öffentlichen Selbstbild als konsequenter Käufer und den Liquiditätsanforderungen eines Unternehmens mit wiederkehrenden Verpflichtungen. Vorzugsdividenden bedeuten kontinuierliche Mittelabflüsse. Saylors Einordnung deutet darauf hin, dass Strategy punktuell begrenzte Verkäufe in Kauf nehmen könnte, um solche Zahlungen zu bedienen, während die Gesamtstrategie auf Netto-Akkumulation ausgerichtet bleibt.
Im Blickpunkt stehen die Dividendenzahlungen am 30. Juni und die Frage, wie Strategy sie finanziert – über Cash-Reserven, den Kapitalmarkt oder weitere kleinere BTC-Verkäufe. Der große Juni-Kauf spricht weiterhin für Netto-Zukäufe, auch wenn der Verkauf von 32 BTC die bisher als absolut wahrgenommene "Never sell"-Botschaft für manche Marktteilnehmer relativiert hat.