Strategy-Chef Phong Le weist Spekulationen über "Zwangsverkäufe" von Bitcoin zurück

Phong Le, Präsident und CEO von Strategy, hat Spekulationen zurückgewiesen, das Unternehmen könne zum Verkauf von Bitcoin gezwungen werden. Strategy halte 845.000 Bitcoin und damit rund 4% des Gesamtangebots; Aussagen über angebliche "forced sales" spiegelten die Realität nicht wider, sagte Le im Gespräch mit Scott Melker. Le verwies darauf, dass Strategy zeitweise nahezu gleichauf mit BlackRocks Spot-Bitcoin-ETF iShares Bitcoin Trust (IBIT) gelegen habe. Nach den Abflüssen der vergangenen 30 Tage sei Strategy nun mit großem Abstand der weltweit größte institutionelle Bitcoin-Halter – und wolle diese Position verteidigen. Zur Finanzierung setzt das Unternehmen laut Le auf "preferred capital"-Instrumente. Er verglich diesen Ansatz mit der Nutzung von Wandelanleihen und Vorzugsaktien durch den Tech-Konzern Google zur Finanzierung von KI-Investitionen. Flexible Finanzierungsinstrumente seien bei langfristigen Assets wie Bitcoin sinnvoll, deren Renditeprofil sich über die Zeit klarer herausbilde. Kritik an einem jüngsten, als symbolisch bezeichneten Verkauf von 32 Bitcoin (rund 2,5 Mio. US-Dollar) wies Le ebenfalls zurück. Auf Vorwürfe eines "Zwangsverkaufs" sagte er: "Wir haben Bitcoin im Wert von 52 Mrd. US-Dollar in der Bilanz. Dieser Verkauf war geplant, um uns mit dem Markt vertraut zu machen, unsere Prozesse zu testen und künftige Möglichkeiten zur steuerlichen Verlustverrechnung (tax loss harvesting) zu prüfen. Wir haben nicht verkauft, um unsere Dividendenverpflichtung von 12,5 Mio. US-Dollar zu erfüllen. Wäre das der Grund gewesen, hätten wir deutlich mehr als 2,5 Mio. US-Dollar verkauft." Die jährliche Bardividende von 1,7 Mrd. US-Dollar lasse sich zudem problemlos über die Aktie finanzieren, deren durchschnittliches tägliches Handelsvolumen bei 2,7 Mrd. US-Dollar liege. Das stelle für ihn kein Risiko dar, so Le. Auch den Rückgang der Liquiditätsreserven erklärte der CEO: Die Reduzierung von 2,25 Mrd. US-Dollar auf 700 Mio. US-Dollar sei auf den Rückkauf von Wandelanleihen im Volumen von 1,5 Mrd. US-Dollar zurückzuführen. Um Gläubiger und Aktionäre zu beruhigen, werde die Reserve inzwischen schrittweise wieder aufgebaut. In der vergangenen Woche habe Strategy die Cash-Position gestärkt und zusätzlich Bitcoin im Wert von 100 Mio. US-Dollar erworben. Le betonte, dass Strategy die Bitcoin-Menge je Aktie regelmäßig erhöhe: 2024 habe es ein Plus von 77% gegeben, im Vorjahr 23% und seit Jahresbeginn 12%. Anleger sollten sich an einer langfristigen Perspektive von 4–5 Jahren orientieren und nicht an wöchentlichen Schwankungen. Auf die Frage Melkers, in welchem realistischen Szenario Strategy Bitcoin verkaufen müsste, verwies Le auf die 3,5 Mrd. US-Dollar schweren Wandelanleihen mit Fälligkeit 2028 und einem hohen Ausübungspreis von über 400 US-Dollar. Sollte Bitcoin bis dahin deutlich fallen und der Aktienkurs unter Druck geraten, könnte ein Bitcoin-Verkauf zur Bedienung dieser Verpflichtung in Betracht kommen. Zugleich betonte Le: Es blieben noch zwei Jahre, eine Refinanzierung sei möglich, ebenso eine Umwandlung in Aktien. Als jemand, der davon ausgehe, dass Bitcoin vor einer neuen Hausse stehe, sehe er kein Szenario, in dem Strategy bis 2028 zum Verkauf gezwungen wäre. *Dies ist keine Anlageberatung.*