MicroStrategy verkauft Aktien im Wert von 209 Mio. US-Dollar und kauft Bitcoin für 100 Mio. US-Dollar
MicroStrategy hat zwischen dem 8. und 14. Juni 1.587 Bitcoin (BTC) für 100 Mio. US-Dollar erworben. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 63.024 US-Dollar je Coin. Finanziert wurde der Zukauf über den Verkauf von Stammaktien: Das Unternehmen platzierte Papiere im Volumen von 209 Mio. US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie für den Bitcoin-Kauf verwendet wurde.
Der Überschuss floss nicht in zusätzliche BTC, sondern in eine Liquiditätsreserve. Diese sei laut Einreichung ausdrücklich für Vorzugsdividenden und Zinszahlungen auf Schulden vorgesehen.
Für die Kapitalbeschaffung nutzte MicroStrategy ausschließlich sein At-the-Market-Programm und verkaufte 1.732.553 MSTR-Aktien. Vorzugsaktienlinien wurden im Zeitraum nicht in Anspruch genommen. Das ist eine Verschiebung gegenüber der Praxis der vergangenen Monate, in denen das Unternehmen Käufe häufig über hochverzinsliche Vorzugsaktienemissionen wie STRC finanzierte. Spielraum bleibt dennoch: Unter anderem steht ein im März genehmigtes Stammaktienprogramm über 21 Mrd. US-Dollar zur Verfügung.
Die stärkere Nutzung von Stammaktien führt zu Verwässerung für bestehende Aktionäre und gilt zugleich als Signal, über welchen Finanzierungskanal MicroStrategy trotz belastetem Aktienkurs weiterhin Mittel aufnehmen kann.
Parallel zum Kauf erhöhte MicroStrategy seine US-Dollar-Reserve auf 1,1 Mrd. US-Dollar. Die Reserve wurde im Dezember 2025 als Puffer für genau diese Zahlungsverpflichtungen eingerichtet. Der finanzielle Druck ist hoch: Das Unternehmen hat Vorzugsaktien mit Kupons von bis zu 11,5%, zudem wurden STRC-Ausschüttungen zuletzt von monatlich auf zweiwöchentlich umgestellt. Ende Mai verkaufte MicroStrategy erstmals seit 2022 wieder Bitcoin – 32 BTC zur Finanzierung einer Dividende.
Insgesamt hält das Unternehmen nun 846.842 Bitcoin zu einem gemischten Einstandspreis von 75.656 US-Dollar je BTC, insgesamt rund 64,07 Mrd. US-Dollar. Bitcoin notierte am 15. Juni bei etwa 66.230 US-Dollar, knapp 3% höher als am Vortag. Damit liegt der durchschnittliche Einstieg weiterhin über dem Marktpreis, selbst nach dem jüngsten Kauf nahe 63.024 US-Dollar. Ein unrealiserter Verlust von 14,5 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal hatte diese Lücke bereits unterstrichen.
Die Bewertungsdifferenz zeigt sich auch an der Aktie: Analyst Quinn Thompson zufolge handelt MSTR bei etwa dem 0,8-Fachen des Netto-Werts seiner Bitcoin-Bestände – eine Belastung für ein finanzierungsmodell, das stark auf Leverage setzt. Michael Saylor deutete am 14. Juni keine Kursänderung an und schrieb: "Still adding dots". Ob weitere Käufe die Lücke schließen, hängt maßgeblich von der nächsten Bitcoin-Preisentwicklung ab.