Japans Unterhaus billigt Krypto-Gesetz: Weg frei für 20%-Steuersatz und mögliche ETF-Listings

Japans Unterhaus hat am Donnerstag einen Gesetzentwurf verabschiedet, der Kryptowährungen unter dem Financial Instruments and Exchange Act (FIEA) als Finanzinstrumente einordnet. Damit würden Krypto-Assets aus dem Payment Services Act herausgelöst und in den Rechtsrahmen überführt, der auch für Aktien, Anleihen und Investmentfonds gilt. Der Schritt ist noch nicht endgültig: Als Nächstes befasst sich das Oberhaus mit dem Entwurf, dessen Zustimmung allgemein erwartet wird. Mit der neuen Einordnung entstünde zugleich ein regulatorischer Pfad für regulierte Spot-ETFs. Vertreter der Tokyo Stock Exchange signalisierten, dass Krypto-ETFs nach Abschluss des Regelwerks bereits ab 2027 gelistet werden könnten. Parallel dazu sieht die "2026 Tax Reform Outline" vor, Krypto-Gewinne ab 2028 pauschal mit 20% zu besteuern. Damit würde die bisherige progressive Einstufung als "miscellaneous income" ersetzt, bei der der Steuersatz bis zu 55% erreichen kann. Warum das wichtig ist: Ein klarerer Wertpapierrahmen könnte den regulierten Zugang verbessern und die institutionelle Beteiligung erhöhen, sofern die Reform Gesetz wird. Marktstimmung: vorsichtig bullisch, politisch getrieben. Auslöser ist das Votum im Unterhaus, das Krypto stärker in Richtung Wertpapierregime rückt, auch wenn die finale Verabschiedung noch aussteht. Einordnung: In der EU hat der Rat im Mai 2023 MiCA beschlossen und Emittenten sowie Dienstleister für Krypto-Assets in einen einheitlichen Regulierungsrahmen überführt. Das sorgte für mehr Rechtssicherheit, verlagerte den Fokus aber auch auf Lizenzierung und Compliance-Kosten (Consilium). In Japan ist der Entwurf noch nicht Gesetz und umfasst zusätzlich eine separate Steueränderung sowie einen ETF-Pfad. Mögliche Folgewirkungen: Mehr regulatorische Klarheit könnte Nachfrage in Richtung regulierter inländischer Produkte lenken, falls das Regelwerk kommt. Bei Zustimmung im Oberhaus dürften Broker und Börsen ihre Produktpläne früher auf das neue Regime ausrichten. Steuerliche Gleichbehandlung mit traditionellen Anlagen könnte es lokalen Investoren erleichtern, Krypto-Engagements zu bewerten. Chancen und Risiken: - Chancen: Wird die Abstimmung im Oberhaus angesetzt oder der Entwurf verabschiedet, kann der Ausbau eines Japan-regulierten Krypto-Zugangs als Adoptionssignal gewertet werden. Bestätigen die finalen Regeln die Mechanik für ETF-Listings, rücken lokale Wertpapierhäuser als wichtigste Indikatoren für Marktteilnahme in den Fokus. - Risiken: Verzögert sich die Abstimmung im Oberhaus, senkt das Abwarten des finalen Gesetzestexts das Timing-Risiko. Sollten Offenlegungspflichten oder Strafen für nicht registrierte Geschäfte den Compliance-Druck erhöhen, spricht das für zurückhaltende Erwartungen, um Enttäuschungen durch verzögerte Produkteinführungen zu begrenzen.