Gravity Team startet institutionellen OTC-Desk für Stablecoin-Zahlungen mit taggleicher Fiat-Auszahlung
KI-Marktzusammenfassung
Die Einführung eines institutionellen OTC-Desks durch das Gravity Team, der auf Stablecoin-Abwicklung in <60s und T+0-Auszahlungen in Fiat in 20+ Währungen abzielt, unterstreicht den sich beschleunigenden Ausbau von Krypto-zu-Fiat-Zahlungsrails. Die Analyse hebt hervor, dass Reibungen bei grenzüberschreitenden Zahlungen eher in der Off-Chain-Konvertierung, bei Bank-Cutoffs und in lokaler Liquidität liegen als in der Zuverlässigkeit von On-Chain-Transfers. Verbesserte Liquidität in Zahlungskorridoren und Principal Execution können eine breitere Stablecoin-Nutzung unterstützen, was für die Aktivität an den Kryptomärkten moderat konstruktiv ist.
Einflussstufe
● Niedrig
Betroffene Assets
BTC/USDT+4.07%
AI-Einblick · BTC/USDTAI-Einblick
▲ Bullisch
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Stablecoins lassen sich in Sekunden über Blockchains bewegen. Die eigentliche Reibung im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr entsteht laut Gravity-Team-CEO Mārtiņš Beņķītis bei der Umwandlung in vor Ort nutzbare Währung. Im Gespräch mit crypto.news sagte er anlässlich des Starts eines institutionellen OTC-Desks, die Infrastruktur für Stablecoin-Zahlungen sei vor allem eine Liquiditätsfrage: Dieselben Stablecoin-Bestände erfüllen je nach Akteur unterschiedliche Aufgaben.
Market Maker nutzten Stablecoins, um Kurse zu stellen, Bestände zwischen Börsen zu verschieben und Handelsrisiken zu steuern. Zahlungsanbieter setzten sie ein, um Konversionen zu finanzieren und lokale Währung für Empfänger freizusetzen. Diese unterschiedlichen Anwendungsfälle erzeugten konkurrierende Nachfrage nach denselben Token und nach dem lokalen Fiat-Geld, das für Auszahlungen benötigt wird.
Nach der Korridoranalyse von Gravity Team liegt der Engpass in der Offchain-Strecke aus Konversion und Settlement. Die Onchain-Übertragung sei nur die erste Hälfte einer Zahlung. Die zweite Hälfte – die Umwandlung der Stablecoins in bankfähige Währung und die tatsächliche Auszahlung – stoße je nach Markt auf begrenzte Liquidität, Banköffnungszeiten, Compliance-Kontrollen und Gegenparteien-Limits.
Wesentliche Ergebnisse und Aussagen aus Analyse und Produktstart:
- Hohe Onchain-Zuverlässigkeit: Stablecoin-Transfers würden nach dem Broadcast in mehr als 99,9% der Fälle onchain finalisiert. Im Vergleich dazu würden 3%–7% klassischer eingehender Überweisungen in den von Gravity Team bedienten Korridoren in Südostasien und Lateinamerika beim ersten Versuch verzögert oder zurückgegeben.
- Korrespondenzbanken binden Kapital: In Korrespondenzbank-Modellen könnten laut Unternehmen Mittel in Höhe von 20%–40% des monatlichen Transaktionsvolumens in vorfinanzierten Konten gebunden sein.
- Kostenvergleich (Unternehmensresearch): Für Stablecoin-Settlement über die untersuchten Korridore schätzt Gravity Team die Kosten auf 0,1%–0,4% des Betrags. Korrespondenzbank-Abwicklung liege – inklusive FX-Spreads, Intermediärgebühren und Kapitalkosten für Prefunding – grob bei 3%–11%. Die tatsächlichen Werte variierten je nach Korridor, Zahlungsgröße und Compliance-Anforderungen.
- Kommerzieller Maßstab ist die vollständige Auszahlung: Die Geschwindigkeit bis zur Wallet reiche nicht. Anbieter müssten dem Empfänger den quotierten Fiat-Betrag innerhalb des zugesagten Zeitfensters zustellen, auch wenn primäre Routen ausfallen.
Um die Lücke zwischen Krypto-Liquidität und lokalem Fiat-Settlement zu schließen, hat Gravity Team am 24. Aug. einen institutionellen Over-the-Counter-(OTC)-Desk gestartet. Dieser agiert als Principal-Counterparty für Trades innerhalb vereinbarter Grenzen zu Größe, Preis und Volatilität.
Der OTC-Desk bietet laut Unternehmen:
- Stablecoin-Settlement in unter 60 Sekunden (onchain)
- Taggleiches (T+0) Fiat-Settlement in mehr als 20 Währungen, soweit lokale Banken es ermöglichen
- Direkte Bankbeziehungen in über 20 Märkten
- Request-for-Quote-Ausführung sowie Kreditlinien (vorbehaltlich Bedingungen)
Zu den aktuell unterstützten Fiat-Korridoren zählen Philippinischer Peso, Indonesische Rupiah, Mexikanischer Peso, Brasilianischer Real, Euro, Britisches Pfund und US-Dollar. Der Vietnamesische Dong soll folgen.
Beņķītis verwies auch auf strukturelle Entscheidungen im Markt: Anbieter mit direkten Bankanbindungen könnten Funding, Cut-off-Zeiten und fehlgeschlagene Zahlungen besser steuern. Partnerbasierte Modelle ließen sich zwar schneller skalieren, blieben aber abhängig von Drittliquidität, Limits und Prozessstandards. Lokale Konversion und Auszahlung seien dadurch zum "neuesten Wettbewerbsfeld" unter Zahlungsanbietern geworden.
Branchenkontext: Große Payment- und Kartennetzwerke arbeiten verstärkt an Brücken zwischen Krypto- und Fiat-Schienen. Stripe übernahm Bridge im Februar 2025, um Stablecoin-Infrastruktur für Unternehmen auszubauen. Mastercard schloss im August 2025 BVNK ab (Gesamtgegenleistung bis zu 1,8 Mrd. US-Dollar), um Fiat- und Stablecoin-Rails zu verbinden. Mit jeder zusätzlichen Währung steige der operative Aufwand, da Bedingungen je Markt unterschiedlich seien und Preisstellung sowie Settlement konsistent gehalten werden müssten.
Makroanalysen stützen die operativen Risiken: In einer Federal-Reserve-Notiz vom März 2026 heißt es, Korrespondenzbank-Ketten könnten grenzüberschreitende Zahlungen verlangsamen, verteuern und weniger transparent machen, unter anderem weil Intermediäre Compliance-Prüfungen wiederholen und den Status einer Zahlung schwer nachvollziehbar machen.
Die Nachfrage nach effizienteren Rails wächst parallel zur Expansion in Emerging Markets. Laut Chainalysis stieg das Krypto-Volumen in Asien-Pazifik in den 12 Monaten bis Ende Juni 2025 um 69% auf 2,36 Bio. US-Dollar, Lateinamerika legte um 63% zu.
Fazit: Stablecoins verkürzen die digitale Strecke einer Auslandszahlung deutlich. Die "letzte Meile" – lokale Finanzierung, FX-Konversion, regulatorische Prüfungen und eine verlässliche Auszahlungspipeline – bleibt für Zahlungsanbieter die zentrale operative und Liquiditätsherausforderung. Der OTC-Desk von Gravity Team soll Krypto-Liquidität mit lokalen Bankverbindungen zusammenführen und so Reibungsverluste reduzieren: schnelle Onchain-Abwicklung plus taggleiche Fiat-Auszahlung in ausgewählten Korridoren.