Chinas Unternehmen setzen verstärkt auf heimische KI-Chips – Nvidias Marktanteil bricht ein
KI-Marktzusammenfassung
Chinas Zertifizierung mehrerer inländischer KI-Prozessoren für die staatliche Beschaffung signalisiert eine beschleunigte Substitution weg von Nvidia in regierungsnaher KI-Infrastruktur. Da der Anteil von Nvidias KI-Chips in China bis 2026 angesichts von Exportkontrollen, compliancebedingten Verzögerungen und politischen Vorgaben zugunsten lokalen Siliziums voraussichtlich deutlich zurückgehen wird, deutet die Nachricht auf anhaltenden Gegenwind für Umsatz und Margen hin. Der Wandel verschärft zudem das globale Wettbewerbsumfeld, da Huawei und andere chinesische Anbieter das Angebot hochfahren.
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Im Mai 2026 wurden in China neun inländisch entwickelte KI-Prozessoren für die staatliche Beschaffung zertifiziert. Auf der Liste stehen unter anderem Chips von Huawei, Biren und Alibaba sowie weiteren lokalen Anbietern. Damit sind diese Produkte für Regierungsaufträge zugelassen – ein Segment, das in der Region lange als Kernumsatzquelle für Nvidia galt.
Für Nvidia zeichnet sich ein drastischer Einbruch ab: Der Anteil am chinesischen KI-Chip-Markt soll von rund 66% im Jahr 2024 auf etwa 8% bis 2026 fallen.
Im Zentrum der neuen Beschaffungsstrategie steht Huaweis Ascend-Serie. Prognosen zufolge könnte Huawei bis 2026 etwa 50% des chinesischen KI-Chip-Markts erreichen, nach rund 40% im Jahr 2025. Auch Alibabas THead-Chips wurden zugelassen, was dem E-Commerce- und Cloud-Konzern einen direkten Zugang zu staatlichen Ausgaben für KI-Infrastruktur verschafft.
Berichten zufolge drängt Peking Unternehmen dazu, heimische Halbleiter zu priorisieren. Für bestimmte Organisationen und Projekte könnten formelle Einschränkungen beim Kauf von Nvidia-Produkten folgen.
Nvidia sieht sich in China seit Längerem mit mehreren Belastungsfaktoren konfrontiert: strikte US-Exportkontrollen für die fortschrittlichsten Chips, Verzögerungen beim Zoll für angepasste Modelle zur Regeltreue und zunehmend politische Vorgaben, die Käufer aktiv zu lokalen Alternativen lenken.
Chinesische Hersteller räumen ein, dass es gegenüber Nvidias neuesten Produkten weiterhin eine Leistungslücke gibt. Huaweis Ascend-Chips und andere heimische Optionen erreichen derzeit nicht die reine Rechenleistung von Nvidias H100- oder B200-Plattformen.
Huawei arbeitet daran, die Produktion der Ascend-Serie bis 2026 deutlich hochzufahren. Ob sich die Unabhängigkeitsstrategie bei KI-Chips als struktureller Wandel oder als kurzfristig politisch getriebene Maßnahme erweist, hängt maßgeblich davon ab, ob die Nachfrage in großem Maßstab bedient werden kann. Erste Signale deuten auf einen dauerhaften Kurswechsel hin.