Datenschutzlücke in Bitcoin Core 31.0 kann IP-Adressen von Nutzern offenlegen
Entwickler von Bitcoin Core haben eine Datenschutzlücke gemeldet, durch die ausgerechnet die Information preisgegeben werden kann, die eigentlich verborgen bleiben soll: die IP-Adresse des Absenders. Ein Patch soll mit Version 31.1 ausgerollt werden.
Betroffen ist die optionale Funktion "privatebroadcast", die im April mit Bitcoin Core 31.0 eingeführt wurde. Die Warnung wurde am 6. Juni veröffentlicht. In der Mitteilung heißt es: "Uns ist ein Datenschutz-Bug in der neu in Bitcoin Core 31.0 eingeführten privatebroadcast-Funktion bekannt geworden, der unter bestimmten Netzwerkbedingungen dazu führen kann, dass die IP-Adresse des Urhebers dem empfangenden Peer offengelegt wird. Eine Korrektur ist in Arbeit und wird mit 31.1 veröffentlicht." — Bitcoin Core Project (@bitcoincoreorg) 11. Juni 2026
Wie der Fehler den Schutz aushebelt
Private Broadcast leitet Transaktionen über Tor, ein Anonymitätsnetzwerk, das unter anderem für den Zugriff auf das Darknet bekannt ist. Empfänger sollen dadurch nicht erkennen können, wo eine Transaktion ihren Ursprung hat. Laut Advisory kann dieses Versprechen in bestimmten Fällen kippen.
Der Ablauf: Die Software versucht zunächst, eine verschlüsselte Verbindung zu einem anderen Rechner im Netzwerk aufzubauen. Scheitert dieser Versuch, wird im Hintergrund über eine normale Verbindung erneut angesetzt und Tor dabei umgangen. Der empfangende Peer kann dann die echte IP-Adresse des Senders sehen und daraus eine ungefähre Standortzuordnung ableiten.
Angreifer müssen dabei nicht auf Zufall setzen. Ein bösartiger Node kann den verschlüsselten Handshake gezielt ablehnen und so den erneuten Verbindungsaufbau erzwingen, bei dem die IP-Adresse sichtbar wird.
Brisant ist das vor allem, weil das Bitcoin-Ledger öffentlich ist: Wenn sich eine Transaktion mit einer IP-Adresse verknüpfen lässt, kann das Zahlungen leichter einer realen Person zuordnen.
Wer betroffen ist und was zu tun ist
Die Lücke betrifft nur Nutzer, die Version 31.0 betreiben und die Funktion aktiv eingeschaltet haben. Normale Wallet-Transaktionen sind nicht betroffen. Den Fund schreiben die Entwickler dem Forscher Eugene Siegel zu.
Am Markt gab es kaum eine Reaktion: Bitcoin (BTC) notiert bei rund 63.700 US-Dollar und damit nahezu unverändert zum Vortag.
Bis zur Veröffentlichung von Version 31.1 sollten betroffene Nutzer die Funktion deaktivieren oder den gesamten Datenverkehr konsequent über Tor leiten. Der Vorfall folgt auf einen jüngsten Streit um das Transaktions-Relay und belebt erneut die Debatte, wer Bitcoin Core tatsächlich pflegt.