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US-Finanzministerium weitet Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen ab 9. September aus
US-Finanzminister Bessent hat am Montag (Ortszeit) angekündigt, dass das US-Finanzministerium die nächste Anleiherückkauf-Operation am 9. September durchführen werde. Weitere Schritte sollen folgen. Zugleich verwies Bessent darauf, dass der reguläre Auktionskalender für kurzlaufende Treasury Bills (T-Bills) unverändert bleibe; neue Informationen seien zum Beginn des nächsten Quartals zu erwarten.
An den Märkten richtet sich der Blick damit auf die Frage, ob Washington die Stützungsmaßnahmen für langlaufende US-Staatsanleihen weiter ausbaut. US-Medien berichteten am Montag unter Berufung auf hochrangige Treasury-Vertreter, das Ministerium prüfe, Mittel aus dem Treasury General Account (TGA) als Finanzierungsquelle für das jüngst ausgeweitete Rückkaufprogramm zu nutzen. Der TGA-Bestand liege bei rund 950 Mrd. US-Dollar, konkrete Beträge oder ein Startzeitpunkt seien jedoch nicht genannt worden.
Der 9. September ist der Termin, an dem die am Mittwoch, dem 19. August, angekündigte Aufstockung der Rückkäufe offiziell wirksam wird. Das Treasury hatte erklärt, die Liquiditätsstützung für nominale US-Staatsanleihen mit Laufzeiten von 10 bis 20 Jahren sowie 20 bis 30 Jahren mindestens zu verdoppeln. Das Limit je Operation steigt von 2 Mrd. auf mindestens 4 Mrd. US-Dollar. Diese Anpassung gilt ab dem 9. September und bleibt bis zum Ende der Refinanzierungsperiode dieses Quartals am 4. November in Kraft.
Zur Begründung verwies das Ministerium auf anhaltend hohe Nachfrage in den länger laufenden Rückkauf-Fenstern und auf die Zielsetzung, die Liquidität am langen Ende des Marktes zu verbessern. Bereits am Donnerstag hatte Bessent angedeutet, dass die Größe einzelner Rückkäufe über 4 Mrd. US-Dollar hinausgehen könne. Er bezeichnete das Segment als dünn gehandelt und betonte, das Treasury verfüge über "zahlreiche Instrumente". Renditen spiegelten aus seiner Sicht die Fundamentaldaten der US-Wirtschaft nicht angemessen wider; besonders knapp sei die Liquidität bei 30-jährigen Treasuries. Das tatsächliche Volumen werde von den Bedingungen abhängen; kurzfristige Schwankungen innerhalb von 24 Stunden seien "Rauschen". Ziel sei es, "Gleichgewicht" in einem schwachen Markt wiederherzustellen.
TGA als mögliche Finanzierungsquelle: Markt prüft neu die "Munition"
CNBC berichtete, der TGA werde als potenzielle Finanzierungsquelle für Rückkäufe bestimmter nicht als Benchmark geltender Treasuries betrachtet. Das ist auch deshalb relevant, weil viele Marktteilnehmer bislang davon ausgegangen waren, dass Rückkäufe über zusätzliche Emissionen kurzlaufender T-Bills gegenfinanziert würden. Ein solches Vorgehen würde das Angebot am kurzen Ende erhöhen und gleichzeitig das Angebot langlaufender Anleihen reduzieren – ein Effekt, der in der Debatte teils mit einer fiskalischen Variante von "Operation Twist" verglichen wird.
Eine Nutzung von TGA-Barmitteln würde den Bedarf senken, Rückkäufe vollständig über neue Kurzläufer zu finanzieren. Der hohe TGA-Saldo bedeutet jedoch nicht, dass das Treasury in dieser Größenordnung Anleihen zurückkaufen will. Der TGA ist das zentrale Betriebskonto des US-Finanzministeriums bei der Federal Reserve für tägliche Ein- und Auszahlungen; der tatsächlich verfügbare Spielraum wird unter anderem durch Ausgaben, Emissionspläne und Cash-Management-Ziele begrenzt. Entscheidend ist daher, ob Mittel eingesetzt werden, in welchem Umfang und mit welchem Tempo Rückkäufe am langen Ende erfolgen.
Rückkauf-Impuls verpufft rasch, Renditen steigen wieder
Auslöser der Ausweitung waren anhaltend hohe Renditen langlaufender US-Staatsanleihen. Nach der Ankündigung am 19. August gaben die Renditen zunächst deutlich nach, da der Schritt als Signal zur Entlastung am langen Ende gewertet wurde. Der Effekt hielt jedoch nicht an: Am darauffolgenden Donnerstag und Freitag fielen die Kurse mittlerer und langer Laufzeiten an zwei Tagen in Folge. Der Fokus drehte sich wieder auf das hohe US-Haushaltsdefizit, das Angebot langlaufender Schuldtitel und Inflationsrisiken.
In diesem Umfeld wiesen Marktbeobachter darauf hin, dass die Maßnahmen die steigenden Finanzierungskosten allenfalls temporär dämpfen könnten. Howard Du, Stratege bei TD Securities in New York, sagte, der Markt sei "nicht vollständig überzeugt", dass Bessent die langlaufenden Renditen tatsächlich nachhaltig drücken könne. Mit dem Start der Intensivierung am 9. September dürfte sich die Debatte von der Frage, ob das Treasury handelt, auf die Frage verlagern, ob die Maßnahmen Angebot und Nachfrage am langen Ende spürbar verändern.
Nach dem Plan des Treasury steigt ab dem 9. September das maximale Volumen je Rückkauf für 10- bis 20-jährige sowie 20- bis 30-jährige Treasuries auf mindestens 4 Mrd. US-Dollar. Weitere Details zu künftigen Rückkaufgrößen will das Ministerium bei der nächsten quartalsweisen Refinanzierungssitzung am 4. November veröffentlichen.
Unabhängig davon, ob Rückkäufe über TGA-Mittel oder über zusätzliche T-Bill-Emissionen finanziert werden, lässt sich das Programm nicht mit quantitativer Lockerung der Federal Reserve gleichsetzen. Das Treasury kann die Laufzeitenstruktur der Verschuldung und die marginale Nachfrage nach bestimmten Papieren beeinflussen. Das US-Defizit, die Schuldenlast und der künftige Finanzierungsbedarf bleiben bestehen – ebenso die zentralen Treiber für das Renditeniveau am langen Ende: Fiskalpfad, Inflation, Wachstum und die Erwartungen an das künftige Treasury-Angebot.