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Hedgefonds bauen größte Yen-Short-Position seit 2007 auf – USD/JPY auf 40-Jahres-Hoch
Der japanische Yen erlebt ein desaströses Jahr – und große, stark gehebelte Adressen an der Wall Street setzen darauf, dass es noch schlimmer wird. Laut CFTC-Daten haben Leveraged Funds Netto-Short-Positionen im Yen von knapp 138.000 Kontrakten aufgebaut. Das ist die pessimistischste Positionierung seit 2007.
Yen-Verfall: Zahlen, die den Druck erklären
Der Yen hat sich auf rund 162 je US-Dollar abgeschwächt, ein Niveau, das zuletzt 1986 erreicht wurde. Japans Leitzinsen liegen bei etwa 0,5% bis 0,75%, während US-Treasuries ungefähr 4% abwerfen. Die Differenz von rund 3,25% schafft ideale Bedingungen für Carry-Trades: In einer Niedrigzinswährung wird finanziert, die Mittel werden in höher rentierende Anlagen umgeschichtet.
Goldman Sachs hat seine Prognose für USD/JPY auf 165 angehoben – ein Signal, dass die Bank weiteren Gegenwind für Yen-Bullen erwartet. Auch der Optionsmarkt zeigt eine klare Tendenz: Die Preisbildung impliziert eine Wahrscheinlichkeit von 72%, dass das Währungspaar bis Mitte 2027 dieses Niveau erreicht.
Japans Interventionsmuster wirkt ausgereizt
Im April und Mai 2026 hat Japan nach eigenen Angaben mehr als 73,5 Mrd. US-Dollar für Devisenmarktinterventionen ausgegeben, um den Yen zu stützen. Der Effekt blieb begrenzt – der Yen fiel dennoch weiter. Die Bank of Japan hat die Zinsen zwar schrittweise angehoben und sich aus dem Negativzinsbereich in die aktuelle Spanne von 0,5% bis 0,75% bewegt. Im Vergleich zum US-Zinsniveau wirkt dieses Tempo jedoch äußerst langsam.
Frühere Interventionen, insbesondere 2022 und 2024, verliefen ähnlich: kurze Erholungen, gefolgt von erneuter Verkaufsdynamik.
Warum Krypto-Trader hinschauen sollten
Im August 2024 löste eine überraschende Zinserhöhung der Bank of Japan eine heftige Yen-Rally aus, die sich rasch auf globale Märkte übertrug. Bitcoin fiel zusammen mit Aktien deutlich, als gehebelte Positionen in mehreren Anlageklassen liquidiert wurden.
Da die Yen-Shorts inzwischen ein Niveau erreicht haben, das seit 2007 nicht mehr zu sehen war, wird der Trade zunehmend überfüllt. Mehrere Auslöser könnten eine Trendwende erzwingen: eine unerwartete Zinserhöhung der Bank of Japan, eine plötzliche Eintrübung der US-Konjunkturdaten mit sinkenden Treasury-Renditen oder eine verbale Intervention, die glaubwürdiger wirkt als in der Vergangenheit.
Jeder dieser Faktoren könnte eine schnelle Short-Covering-Rally im Yen auslösen. Solche Bewegungen erhöhen die Volatilität über Anlageklassen hinweg – und treffen Kryptomärkte oft besonders stark, weil sie sensibel auf Hebel, Liquidität und Finanzierungsbedingungen reagieren.