WLFI legt Vierjahres-Plan für Token-Freigaben vor und will unbefristete Sperren beenden
World Liberty Financial (WLFI), das mit der Trump-Familie in Verbindung gebrachte DeFi-Projekt, hat einen Governance-Vorschlag zur Neuordnung der Token-Freigaben für alle großen Haltergruppen veröffentlicht. Insgesamt betrifft die Vorlage mehr als 62 Milliarden WLFI-Token.
Frühe Unterstützer – Presale-Käufer, die WLFI zu 0,015 US-Dollar oder 0,05 US-Dollar je Token erworben haben – sollen demnach über 17 Milliarden bislang gesperrte Token in einen Zeitplan überführen: zunächst eine zweijährige Sperrfrist (Cliff), anschließend eine zweijährige lineare Freigabe. Die ersten Token würden nach zwei Jahren entsperrt, die vollständige Zuteilung wäre nach vier Jahren abgeschlossen. Dieser Zeitraum würde deutlich über Januar 2029 hinausreichen, wenn Donald Trumps zweite Amtszeit als US-Präsident endet.
Für Gründer, Teammitglieder und Partner mit zusammen 45,2 Milliarden WLFI sieht der Vorschlag strengere Regeln vor: zwei Jahre Cliff, danach eine dreijährige lineare Freigabe. Zusätzlich sollen bei Annahme der Vorlage 10% ihrer Zuteilung sofort geburnt werden.
Eine bisherige Frist, die ersetzt würde, gab es laut Projektteam nicht – darauf verweist WLFI sowohl im Vorschlag als auch in einer heutigen Ankündigung auf X. In den ursprünglichen Verkaufsbedingungen war für frühe Käufer kein fester Entsperrtermin garantiert; die Token konnten auf unbestimmte Zeit gesperrt bleiben, jede Freigabe hing von einer Governance-Abstimmung ab. Wer den neuen Zeitplan ablehnt, bleibt nach der Vorlage bei diesen ursprünglichen, unbefristeten Bedingungen.
WLFI notiert derzeit um 0,08 US-Dollar und liegt damit mehr als 75% unter dem Allzeithoch von rund 0,33 US-Dollar, das kurz nach dem Start erreicht wurde.
Zunehmende Kontroverse
Zu Wochenbeginn geriet WLFI öffentlich mit seinem größten Investor Justin Sun aneinander. Sun behauptete, eine versteckte Blacklisting-Funktion im Token-Contract ermögliche es WLFI, Vermögenswerte von Haltern einseitig einzufrieren. WLFI wies die Vorwürfe zurück, bezeichnete sie als unbegründet und drohte mit rechtlichen Schritten.
Der Streit folgt auf Berichte, wonach WLFI auf Dolomite – einem Lending-Protokoll, das vom eigenen CTO von WLFI mitgegründet wurde – rund 75 Millionen US-Dollar in Stablecoins aufgenommen und dabei WLFI-Token als Sicherheit hinterlegt habe. Beobachter ziehen Parallelen zu früheren DeFi-Zusammenbrüchen, bei denen Gründer ihre eigenen Token als Collateral einsetzten.
Die aktuelle Governance-Abstimmung läuft sieben Tage; das Quorum liegt bei 1 Milliarde WLFI.
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