Bitcoin unter Druck: ETF-Abflüsse von 174 Mio. US-Dollar erhöhen Risiko eines Rücksetzers auf 60.000

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs haben am Mittwoch netto 173,7 Mio. US-Dollar an Abflüssen verzeichnet. Parallel dazu rutschte der Bitcoin-Kurs im Zuge wachsender geopolitischer Spannungen bis in den Bereich um 66.000 US-Dollar. Am Donnerstag setzte sich die Schwäche fort: BTC fiel erneut unter 67.000 US-Dollar, nachdem die Zone zwischen 69.000 und 70.000 US-Dollar als Hürde bestätigte. Der Bereich, der zuvor als Unterstützung diente, gilt damit als Widerstand. ETF-Daten deuten auf nachlassendes institutionelles Interesse hin. Laut Farside Investors führte BlackRock's IBIT die Abflüsse mit 86,5 Mio. US-Dollar an, gefolgt von Fidelity's FBTC mit Rücknahmen von 78,6 Mio. US-Dollar. Auch Produkte von Bitwise Asset Management und ARK Invest verzeichneten kleinere Abflüsse. Bereits in der Vorwoche drehten die ETF-Flows ins Minus: Rund 296 Mio. US-Dollar wurden nach vier Wochen mit Zuflüssen abgezogen. Zwar zeigt die laufende Woche bislang noch leichte Nettozuflüsse, der starke Ein-Tages-Abfluss wird am Markt aber als Signal sinkender Zuversicht gewertet. Der Analyst Ted Pillows verwies in einem Beitrag auf X auf die technische Eintrübung: BTC sei wieder unter 67.000 US-Dollar gefallen und am Bereich 69.000–70.000 US-Dollar gescheitert. Entscheidend sei nun die Spanne 65.000–66.000 US-Dollar; ein Bruch könne ein neues Verlaufstief wahrscheinlicher machen. Sein Chartbild beschreibt eine schwächer werdende Marktstruktur: Bitcoin notiert unter einem größeren Widerstandsband nahe 85.000 US-Dollar, zudem liegt eine weitere Ablehnungszone um 76.000 US-Dollar. Die Handelsspanne habe sich auf etwa 66.000 bis 72.000 US-Dollar verengt. Daraus ergeben sich zwei Szenarien: eine Erholungsbewegung Richtung 72.000 bis 80.000 US-Dollar oder, bei einem Rutsch unter die Unterstützung um 65.000 US-Dollar, ein Rückgang in den Bereich 60.000 bis 62.000 US-Dollar. Auch Wettmärkte bleiben kurzfristig skeptisch. Daten von Polymarket signalisieren eine Wahrscheinlichkeit von rund 70%, dass Bitcoin zunächst auf 60.000 US-Dollar fällt, bevor später ein Anstieg auf 80.000 US-Dollar bis 2026 erreicht wird. Zusätzlichen Druck lieferte das risk-off Umfeld an den globalen Märkten nach Äußerungen von Donald Trump zu ausgeweiteten Militäroperationen im Nahen Osten. US-Aktien gaben deutlich nach; der S&P 500 verlor im Tagesverlauf zwischen 0,8% und 1,1%. Auch Gold geriet unter Druck und fiel um rund 3% bis 3,6%, belastet durch steigende Ölpreise und einen stärkeren US-Dollar. Bitcoin folgte der Risikoaversion und rutschte kurzzeitig bis nahe 66.250 US-Dollar, bevor sich der Kurs um 66.380 US-Dollar stabilisierte. Auf Tagesbasis lag das Minus bei 3%. In den vergangenen 24 Stunden kam es zudem zu Liquidationen am Kryptoderivatemarkt von mehr als 454,20 Mio. US-Dollar. Makrofaktoren bleiben ein Belastungsfaktor: Öl stieg infolge der geopolitischen Lage über 100 US-Dollar je Barrel und schürt Sorgen vor Inflation und strafferer Finanzpolitik. Der geringere Tankerverkehr durch die Straße von Hormus sowie steigende Versicherungskosten verstärken die Nervosität an den Märkten.