USA: Neues Gesetz soll strategische Bitcoin-Reserve schaffen

Der republikanische Abgeordnete Nick Begich hat am Donnerstag den "American Reserve Modernization Act" in den Kongress eingebracht. Der Gesetzentwurf sieht den Aufbau einer strategischen Bitcoin-Reserve der USA vor und soll zugleich die Verwahrung digitaler Vermögenswerte auf Bundesebene neu ordnen. Kernpunkte des Vorhabens: Im US-Finanzministerium (U.S. Department of the Treasury) soll eine "Strategic Bitcoin Reserve" eingerichtet werden, in der sich staatlich kontrollierte Bestände an Bitcoin befinden. Bitcoin, die in diese Reserve überführt werden, müssen dem Entwurf zufolge mindestens 20 Jahre gehalten werden. Für andere, nicht auf Bitcoin lautende Digital-Assets ist ein separater "Digital Asset Stockpile" vorgesehen. Zudem würde das Treasury die Aufsicht über die Verwahrung und Verwaltung digitaler Vermögenswerte bündeln, die bislang über mehrere Bundesbehörden verteilt sind. Ziel sind nach Angaben der Initiatoren eine sicherere Verwaltung, mehr Transparenz und ein einheitlicher Rahmen für Krypto-Bestände, die dem Staat etwa aus Einziehungen, Strafzahlungen und anderen rechtmäßigen Verfahren zufallen. Der Entwurf enthält außerdem ausdrückliche Schutzklauseln zu digitalen Eigentumsrechten. Ein weiterer Baustein ist eine angeordnete Studie zu budgetneutralen Erwerbswegen: Es sollen Methoden identifiziert werden, um strategische Reserven auszuweiten, ohne Steuern zu erhöhen, zusätzliche Defizitausgaben zu verursachen oder die Staatsschulden zu steigern. Begich bezeichnete das Vorhaben als Modernisierung und Schutzmaßnahme im öffentlichen Interesse, mit der die USA in der digitalen Ökonomie führend bleiben und zugleich Steuerzahler schützen könnten. Der republikanische Abgeordnete Burgess Owens argumentierte, die USA könnten Bitcoin nicht länger als vorübergehende Mode abtun: Amerikaner nutzten digitale Vermögenswerte bereits, internationale Märkte passten sich an, und geopolitische Wettbewerber handelten. Eine formalisierte Reserve und langfristige Planung würden den USA aus Sicht der Befürworter mehr Handlungsstärke verschaffen. Politisch knüpft der Entwurf an eine frühere Exekutivmaßnahme an: Im März 2025 unterzeichnete Präsident Donald Trump eine Executive Order zur Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve, die bislang nicht vollständig umgesetzt wurde. Parallel hält der Schwung in der Krypto-Gesetzgebung an: Der Senatsausschuss für Banken (Senate Banking Committee) hat den CLARITY Act bereits mit parteiübergreifender Unterstützung verabschiedet und zur Abstimmung an den Senat weitergeleitet. Zum Marktumfeld: Bitcoin notierte zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei rund 77.738 US-Dollar, etwa 5% unter dem Stand der Vorwoche und rund 38% unter dem Vorjahreshoch nahe 126.000 US-Dollar. Der "American Reserve Modernization Act" steht für den Versuch, staatliche Krypto-Bestände als Bestandteil einer nationalen Finanzstrategie zu verankern, mit klaren Langfrist-Vorgaben für die Verwahrung und einem einheitlichen Rahmen für die Bundesverwaltung digitaler Vermögenswerte.