FBI geht gegen Krypto-Wash-Trading vor: Anklage gegen 10 Personen aus Market-Making-Firmen

US-Behörden haben in einer groß angelegten Aktion wegen Krypto-Wash-Trading Anklage gegen 10 Personen erhoben, die mehreren Market-Making-Firmen zugeordnet werden. Grundlage ist eine jahrelange Undercover-Ermittlung von FBI und IRS. Ermittler setzten dabei eigens entwickelte, fingierte Kryptowährungen ein, um mutmaßliche Manipulationsmethoden in der Branche zu dokumentieren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Schein-Token so konzipiert, dass sie Market Maker anziehen. Ziel war es, aufzuzeichnen, wie Unternehmen angeblich Dienstleistungen angeboten haben, um Handelsvolumen und Tokenpreise künstlich nach oben zu treiben. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Transaktionen über mehrere Wallets koordiniert zu haben, um eine echte Nachfrage vorzutäuschen. Genannt werden unter anderem die Generierung von Fake-Volumen, Kursmanipulation sowie Pump-and-Dump-Schemata. Laut Anklage wurden Anleger dadurch über Liquidität und Marktinteresse in die Irre geführt. Zu den in der Sache genannten Firmen zählen Gotbit, Vortex, Antier und Contrarian. Einige Beschuldigte haben sich bereits schuldig bekannt. Der Gotbit-Gründer Aleksei Andriunin stimmte einer Freiheitsstrafe von höchstens 24 Monaten zu, nachdem er 23 Millionen US-Dollar eingezogen hat. Weitere Angeklagte könnten mit Haftstrafen von bis zu 20 Jahren rechnen. Wash Trading bezeichnet den Kauf und Verkauf desselben Vermögenswerts zwischen Konten, die von derselben Partei kontrolliert werden, um künstliche Marktaktivität zu erzeugen. Das kann Volumen aufblasen, Tokenpreise nach oben treiben und Projekte liquider erscheinen lassen, als sie tatsächlich sind. Behörden sehen die Praxis im Kryptomarkt als besonders verbreitet an, unter anderem wegen globaler Börsenstrukturen, uneinheitlicher Regulierung und der starken Bedeutung von Liquiditätskennzahlen. Frühere Untersuchungen verwiesen zudem auf Manipulationsangebote, teils gestützt durch automatisierte Algorithmen. Die aktuellen Undercover-Ergebnisse deuten nach Einschätzung der Ermittler darauf hin, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein systemisches Problem handelt. Regulierer warnen, dass ein Teil des Krypto-Handelsvolumens, vor allem bei kleineren Token, künstlich aufgebläht sein könnte. Hinweis: Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung oder sonstige Beratung dar. Coin Edition übernimmt keine Verantwortung für Verluste, die aus der Nutzung der genannten Inhalte, Produkte oder Dienstleistungen entstehen. Leser sollten vor Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Unternehmen besondere Vorsicht walten lassen.