US-Community-Banken stellen Coinbase' Zulassung als National Trust Bank infrage

US-Community-Banken gehen gegen Coinbase vor, nachdem die Office of the Comptroller of the Currency (OCC) am Donnerstag eine bedingte Genehmigung für eine nationale Trust-Bank-Charter erteilt hat. Im Zentrum der Kritik stehen Verbraucherschutz und Systemrisiken. Branchenvertreter warnen, Kryptounternehmen könnten so bankähnliche Privilegien erhalten, ohne die vollen regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Die Independent Community Bankers of America (ICBA) sieht in dem Antrag Lücken bei zentralen Auflagen. Genannt werden Schwächen bei Risikokontrollen, der Profitabilität sowie der Abwicklungs- und Notfallplanung. Zudem zweifelt die ICBA an, dass die OCC Trust-Befugnisse im Zusammenhang mit Kryptoaktivitäten ohne strengere Aufsicht ausweiten darf. Aus Sicht des Verbands suchen Nichtbanken zunehmend nach Vorteilen des Bankensystems, ohne denselben Regeln zu unterliegen – mit potenziell höheren Risiken für Kunden. Coinbase weist die Kritik zurück und betont, nicht als klassische Bank auftreten zu wollen. Die Charter solle vor allem das Custody-Geschäft stützen, nicht Kreditvergabe oder Einlagengeschäft. Das Unternehmen argumentiert zudem, die Lizenz stelle seine Aktivitäten unter bundesstaatliche Aufsicht. Auch über die Community-Banken hinaus kommt Gegenwind. Die National Community Reinvestment Coalition kritisierte die OCC-Entscheidung mit Verweis auf Risiken für das öffentliche Interesse; Policy Director Tara Flynn erklärte, Coinbase erfülle die Anforderungen für eine nationale Trust-Bank-Charter nicht. Der Americans for Financial Reform Education Fund warnt vor einer höheren Exponierung gegenüber Krypto-Volatilität, Betrug und Geldwäsche. Die Organisationen befürchten eine Aushöhlung bestehender Schutzmechanismen. Coinbase unterstreicht, keine Fraktionalreserve-Kreditvergabe zu betreiben. Der Schritt passe zur Einbindung von Krypto in ein reguliertes Finanzsystem. Der Streit fällt in eine Phase intensiver politischer Debatten über den Digital Asset Market Clarity Act. Offene Konfliktpunkte betreffen vor allem Renditen auf Stablecoins. Bankenverbände warnen, renditetragende Stablecoins könnten Einlagen aus dem traditionellen Bankensektor abziehen. Bank-of-America-CEO Brian Moynihan hatte zuvor gewarnt, dass solche Produkte Billionen aus dem Bankensystem abziehen könnten. Coinbase-Führungskräfte verweisen auf Fortschritte in den Gesprächen, während zentrale Fragen ungelöst bleiben. Der Senate Banking Committee hat die Markup-Abstimmung zum Gesetzentwurf daher verschoben – der regulatorische Rahmen für digitale Vermögenswerte bleibt weiter unklar.