Trump ernennt Todd Blanche zum kommissarischen US-Justizminister – Kurswechsel bei Krypto-Ermittlungen

Nach einem personellen Umbruch im US-Justizministerium (DOJ) hat Präsident Donald Trump Todd Blanche zum kommissarischen US-Justizminister ernannt. Er folgt auf Pam Bondi. Die Entscheidung könnte die künftige Durchsetzung von Vorschriften und Strafverfolgung im Kryptosektor in den USA spürbar prägen. Blanche war zuvor als stellvertretender Justizminister tätig und hatte Trump als Verteidiger in einem Strafverfahren in New York vertreten. Bereits zuvor setzte er Akzente in der DOJ-Strategie zu digitalen Vermögenswerten: Anfang des Jahres veranlasste er die Auflösung des National Cryptocurrency Enforcement Team. Die 2022 gegründete Einheit war auf Ermittlungen zu illegalen Kryptoaktivitäten spezialisiert. Zudem gab Blanche Leitlinien heraus, nach denen Staatsanwälte Verfahren vermeiden sollen, die sich primär auf regulatorische Verstöße in der Kryptobranche stützen. In laufenden Fällen zeigt sich die Wirkung bereits. Im Southern District of New York ließen Ankläger einen Anklagepunkt gegen Roman Storm, Entwickler von Tornado Cash, fallen und verwiesen dabei auf Blanches Vorgabe. Storm muss sich später in diesem Jahr weiterhin in zusätzlichen Verfahren verantworten. Beobachter erwarten, dass Blanches Ernennung einen zurückhaltenderen Kurs bei Krypto-Ermittlungen festigt. Befürworter sehen darin einen Schritt zu klareren Grenzen zwischen Regulierung und Strafrecht. Kritiker warnen, die Aufsicht in einem schnell wachsenden Markt könnte geschwächt werden. Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt Blanches finanziellen Angaben. Laut einer Meldung vom Juli 2025 übertrug er vor Amtsantritt Krypto-Bestände an Familienangehörige. Dazu gehörten Bitcoin, Ethereum, Solana und weitere Token sowie Aktien von Coinbase. Berichten zufolge hielt er dennoch beim Unterzeichnen des Durchsetzungsmemos weiterhin Kryptowährungen im Wert von 159.000 bis 485.000 US-Dollar. Das wirft mögliche Interessenkonflikte auf, da Amtsträger Vermögenswerte üblicherweise veräußern sollen, bevor sie Entscheidungen treffen, die ihre finanziellen Interessen berühren. Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der die USA ihre Haltung zu digitalen Assets neu justieren. Während sich Prioritäten in der Strafverfolgung verschieben und die regulatorische Einordnung weiter in Bewegung ist, könnte Blanches Rolle maßgeblich sein für die nächste Etappe der US-Kryptopolitik.