Trump Media zieht Krypto-ETF-Anträge zurück und transferiert 2.650 BTC zu Crypto.com
Trump Media & Technology Group hat mehrere ETF-Anträge mit Bezug zu Truth Social zurückgezogen. Laut Unternehmensangaben werden die entsprechenden Registrierungsunterlagen nicht weiterverfolgt; die Anträge traten nicht in Kraft, und es wurden keine Wertpapiere auf dieser Grundlage verkauft. Yorkville America, das an der Produktstruktur beteiligt ist, sprach von einer strategischen Anpassung. Dabei könne künftig ein Vorgehen nach dem Investment Company Act von 1940 geprüft werden, statt des bislang genutzten Pfads über den Securities Act von 1933, der bei vielen Spot-Rohstoffprodukten üblich war.
Zusätzlich sorgten Onchain-Daten für Aufmerksamkeit: Beobachter berichten, Trump Media habe 2.650 Bitcoin an Crypto.com übertragen. Der Wert lag zum Zeitpunkt der Transaktion bei rund 205 Mio. US-Dollar. Transfers an Kryptobörsen werden am Markt häufig als mögliches Verkaufssignal interpretiert. Das Unternehmen hat bislang weder einen Verkauf bestätigt noch den Zweck der Transaktion erläutert, etwa ob es sich um eine Verwahrstellen-Umstellung, eine Asset-Umschichtung oder eine andere Treasury-Maßnahme handelt. Den betreffenden Teil seiner Bitcoin-Reserve hatte Trump Media zwischen Juli und August 2025 aufgebaut, als sich der Bitcoin-Kurs seinem Allzeithoch näherte.
In den jüngsten Zahlen wies das Unternehmen für das erste Quartal 2026 einen Nettoverlust von rund 406 Mio. US-Dollar aus. Davon entfielen etwa 244 Mio. US-Dollar auf nicht realisierte Verluste, überwiegend im Zusammenhang mit Bitcoin-Beständen. Weitere rund 108 Mio. US-Dollar Verlust resultierten aus Eigenkapitalwertpapieren und Investmentpositionen. Das Volumen des Portfolios aus Eigenkapitalwertpapieren und Investments sank von 722 Mio. US-Dollar Ende 2025 auf 554 Mio. US-Dollar zum Ende des ersten Quartals 2026. Zudem wurden Optionsgewinne von rund 37 Mio. US-Dollar sowie realisierte Derivategewinne von rund 17 Mio. US-Dollar ausgewiesen. Trump Media hielt außerdem 756 Mio. Cronos-Token mit einem Wert von rund 53 Mio. US-Dollar.
Der Rückzug der ETF-Anträge erfolgt vor dem Hintergrund zunehmenden Wettbewerbs im US-Markt für Bitcoin-ETFs. In dem Bericht wird darauf verwiesen, dass Morgan Stanley jüngst einen Bitcoin-ETF mit einer jährlichen Gesamtkostenquote von 0,14% aufgelegt hat, was den Gebühren-Spielraum für Emittenten weiter verengt. Bloomberg-ETF-Analyst James Seyffart sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Rückzug und der verschärften Konkurrenz bei Spot-Bitcoin-ETFs. Seit der Zulassung im Januar 2024 summieren sich die kumulierten Nettozuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs auf mehr als 57,7 Mrd. US-Dollar.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Unternehmen wegen seiner Verbindung zu US-Präsident Trump. Der Bericht verweist in diesem Kontext auch auf die Debatte, die durch den US-CLARITY-Act über die Beteiligung hochrangiger Regierungsvertreter und deren Familien an Krypto-Aktivitäten weiter angeheizt wurde.