Trump Media verkauft 2.650 BTC im Wert von 205 Mio. US-Dollar – Marktdruck nimmt zu
Trump Media and Technology Group hat nach Angaben der Blockchain-Analyseplattform Lookonchain einen Teil seiner Bitcoin-Position reduziert und 2.650 BTC im Gegenwert von rund 205 Mio. US-Dollar veräußert. Der Schritt fällt in eine Phase anhaltender Schwäche am Kryptomarkt, in der institutionelle Verkäufe zusätzlichen Druck auf die Kurse ausüben.
Onchain-Daten zufolge hatte Trump Media ursprünglich 11.542 BTC für etwa 1,37 Mrd. US-Dollar erworben – zu einem durchschnittlichen Einstandspreis von 118.522 US-Dollar je Bitcoin. Vor vier Monaten transferierte das Unternehmen bereits 2.000 BTC, damals mit einem Wert von rund 175 Mio. US-Dollar, als Bitcoin in der Region um 87.000 US-Dollar notierte. Bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs von etwa 77.000 US-Dollar liegen die verbleibenden Bestände dem Bericht zufolge inzwischen nahezu 455 Mio. US-Dollar im Minus.
Der Rückgang bei Bitcoin trifft auf ohnehin angespannte Finanzzahlen: In seinem Q1-Bericht meldete Trump Media Anfang des Monats einen Verlust von mehr als 402 Mio. US-Dollar, davon rund 244 Mio. US-Dollar im Zusammenhang mit dem Engagement in digitalen Vermögenswerten. Die Entwicklung belastet das Anlegervertrauen; die Aktie liegt laut Bericht seit Jahresbeginn rund 40% im Minus und über zwölf Monate betrachtet nahezu 67%.
Trump Media steht mit der Reduzierung der Krypto-Exponierung nicht allein. Mehrere Institutionen, die während der Rallye aggressiv BTC aufgebaut hatten, prüfen ihre Bestände angesichts verschlechterter Marktbedingungen neu. So soll Kulr Technology Group Anfang des Jahres 300 BTC für 23,3 Mio. US-Dollar verkauft haben, um Verluste zu begrenzen. Analysten verweisen zudem auf einen breiteren Trend, wonach in den USA ansässige Investoren in den vergangenen Jahren per saldo mehr Bitcoin verkauft als gekauft haben.
Auch die Marktstimmung bleibt schwach. Der Coinbase Premium Index, ein Indikator für die Nachfrage US-amerikanischer Investoren nach Bitcoin, lag im vergangenen Monat überwiegend im negativen Bereich und zeigte nur vereinzelt positive Ausschläge – ein Signal für nachlassende institutionelle Kaufaktivität bei gleichzeitigem Verkaufsdruck.
Selbst der Branchen-Schwergewicht MicroStrategy deutete eine mögliche Anpassung seiner bisherigen "never sell"-Strategie an. Das Unternehmen vereinbarte kürzlich den Rückkauf von Wandelanleihen mit Fälligkeit 2029 im Volumen von 1,5 Mrd. US-Dollar und ließ erkennen, dass zur Finanzierung auch Bitcoin-Verkäufe in Betracht kommen könnten.
Mit zunehmenden institutionellen Abgaben rechnen Marktbeobachter mit weiterem Abwärtsdruck auf den Bitcoin-Preis und erhöhter Volatilität am breiteren Markt. Zusätzliche Liquidationen könnten das Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Sektors weiter belasten, zumal Unternehmen zugleich mit Margen- und Bilanzdruck konfrontiert sind.