Trumps Fed-Chef-Kandidat Kevin Warsh stellt sich Anhörung im Senat
Der von US-Präsident Donald Trump als künftiger Vorsitzender der US-Notenbank nominierte Kevin Warsh hat vor seiner Bestätigungsanhörung umfangreiche Beteiligungen im Krypto- und KI-Sektor offengelegt. Nach Medienberichten setzt der Bankenausschuss des Senats die Anhörung für den 21. April an. Ein Votum im Plenum könnte laut Ausschusschef Tim Scott (R-S.C.) in den "kommenden Wochen" folgen. Scott kündigte an, dass bei der Anhörung Themen wie Konjunktur, Preisstabilität und Inflation sowie die Unabhängigkeit der Federal Reserve im Mittelpunkt stehen werden; anschließend sei eine Abstimmung über Warsh vorgesehen.
Der Zeitplan fällt in eine Phase erhöhter Spannungen rund um die Fed: Die Amtszeit des derzeitigen Vorsitzenden Jerome Powell endet im Mai. Trump hatte Powell zuletzt wiederholt dafür kritisiert, die Zinsen nicht weiter zu senken. Während des Trump-Powell-Konflikts interpretierten Marktteilnehmer die Auseinandersetzung als Belastung für die Unabhängigkeit der Notenbank, was Bitcoin (BTC) als nichtstaatliches Anlagegut und vermeintlichen Schutzwert Auftrieb gab.
Warsh gab demnach Engagements in rund 20 Krypto-Projekten an. Dazu zählen unter anderem die Perpetual-DEX-Plattform Lighter (LIT), die Börse dYdX sowie Solana (SOL) und Optimism (OP). Zudem hält er Beteiligungen an kleineren, weniger bekannten Krypto-Vorhaben wie Lemon Cash und Ridian.
Warsh war von 2006 bis 2011 Mitglied des Board of Governors der Federal Reserve; zuvor arbeitete er als Wirtschaftsberater in der Regierung von George Bush. Seine Bestätigung könnte nach Einschätzung von Marktbeobachtern kurzfristig für erhöhte Volatilität sorgen. Tom Lee von BitMine erwartet, dass die Märkte die neue Fed-Führung zunächst "testen" werden, und hält vor einer Entlastungsrally eine Verkaufswelle für möglich.
Die nächste Zinsentscheidung der Fed ist für Ende April angesetzt und wäre die letzte unter Powell als Vorsitzendem. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung preist der Markt laut CME FedWatch eine Wahrscheinlichkeit von 99,5% für eine weitere restriktive Zinspause ein. Das könnte kurzfristig belastend wirken. Analysten rechnen jedoch damit, dass eine von Warsh geführte Fed Zinssenkungen schneller vorantreiben könnte, weshalb Lee für das zweite Halbjahr 2026 optimistisch bleibt.
Zusammenfassung: Kevin Warsh stellt sich in der kommenden Woche der Bestätigungsanhörung. Trotz seiner hohen Krypto-Exponierung erwartet Tom Lee eine volatile Marktreaktion, da Investoren die neue Fed-Führung zunächst auf die Probe stellen dürften.