Südkoreas Krypto-Branche lehnt neue AML-Vorgaben ab: STR-Pflicht für grenzüberschreitende Transfers ab 10 Mio. KRW

BlockBeats berichtet am 4. Mai unter Berufung auf Yonhap News: DAXA, die Digital Asset Exchange Alliance und Interessenvertretung von 27 registrierten Virtual Asset Service Providern (VASPs), hat Einwände gegen die von der Financial Services Commission (FSC) und der Financial Intelligence Unit (FIU) vorgeschlagene Änderung der Durchführungsverordnung zum "Specific Financial Information Act" eingereicht. Kern des Entwurfs ist eine neue Meldepflicht: Inländische VASPs sollen für jede Übertragung von virtuellen Vermögenswerten an ausländische VASPs einen Suspicious Transaction Report (STR) einreichen müssen, unabhängig vom Risikoprofil, sobald der Betrag 10 Mio. koreanische Won (rund 6.800 US-Dollar) oder mehr erreicht. DAXA warnt vor einer massiven Belastung für die fünf großen Börsen des Landes—Upbit, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax. Das jährliche Meldevolumen könne im Vergleich zum Vorjahr von etwa 63.000 Meldungen um das 85-Fache auf über 5,4 Mio. steigen, was die Umsetzung faktisch unmöglich mache. Kritik kommt auch an einem weiteren Punkt: Der Entwurf sehe vor, die Richtigkeit von Kundendaten zu verifizieren. Nach Ansicht der Branche würden nachgeordnete Regelungen damit Pflichten etablieren, die im Gesetz nicht ausdrücklich vorgesehen seien. Die Auseinandersetzung fällt in eine Phase laufender juristischer Verfahren zwischen Börsen und Aufsichtsbehörden. Am 9. April hob ein Gericht Teile der gegen Dunamu, den Betreiber von Upbit, verhängten Betriebseinschränkungen auf; die Behörde hat Berufung eingelegt. Am 30. April setzte ein Gericht zudem die gegen Bithumb verhängte sechsmonatige teilweise Geschäftsaussetzung aus. Auch Coinone erhielt eine vorläufige Aussetzung der Vollziehung. Die öffentliche Konsultationsfrist endet am 11. Mai. Nach behördlicher und rechtlicher Prüfung wird mit einer Finalisierung im Juli gerechnet. Der Vorgang unterstreicht die Spannungen zwischen Südkoreas Bestreben, die Geldwäscheprävention im Kryptosektor zu verschärfen, und den Bedenken der Branche hinsichtlich übermäßiger Compliance-Lasten.