SEC verschiebt Ausnahmeregel für den Handel mit tokenisierten US-Aktien
Die US-Börsenaufsicht SEC wollte zwischen dem 18. und 22. Mai einen Regelrahmen vorlegen, der Kryptoplattformen den Handel mit tokenisierten Abbildungen von US-Aktien erleichtern sollte. Dazu kam es nicht. Nach kritischen Rückmeldungen klassischer Börsen und weiterer Marktteilnehmer hat die Behörde ihre geplante "Innovation Exemption" vorerst aufgeschoben.
Der Entwurf zielte darauf ab, Krypto-Handelsplätze und DeFi-Protokolle unter vereinfachten Vorgaben den Handel mit blockchainbasierten Repräsentationen börsennotierter Aktien zu ermöglichen – etwa tokenisierte Anteile an Apple, Tesla oder Nvidia. Vorgesehen waren unter anderem ein 24/7-Handel, Bruchteilseigentum und schnellere Abwicklung.
Besonders umstritten war ein Punkt: Tokenisierung durch Dritte sollte auch ohne Zustimmung des jeweiligen Emittenten möglich sein. Praktisch hieße das, dass etwa ein Blockchain-Token auf Tesla-Aktien erstellt und an einer Kryptobörse gehandelt werden könnte, ohne dass Tesla dies genehmigt. Berichten zufolge enthielt der Entwurf zudem mögliche Erleichterungen bei bestimmten Broker-Dealer-Anforderungen.
Nasdaq und NYSE sowie weitere Marktteilnehmer warnten vor Risiken beim Anlegerschutz und kritisierten Wettbewerbsverzerrungen. Securitize-Präsident Brett Redfearn verwies auf die Gefahr einer Marktfragmentierung, falls Dritt-Tokenisierung ohne Einwilligung der Emittenten zugelassen werde.
Die SEC hat den Vorschlag damit nicht verworfen, sondern zur weiteren internen Prüfung zurückgestellt. Einen neuen Zeitplan für eine erneute Vorlage nannte die Behörde nicht.
Die Verzögerung fällt auf, weil die SEC zuletzt deutlich kryptofreundlicher auftrat. Vorsitzender Paul Atkins gilt seit seinem Amtsantritt Mitte 2025 als Befürworter von Tokenisierung und beschreibt blockchainbasierte Wertpapiere als Weiterentwicklung der Kapitalmärkte.
Für Investoren bedeutet der Aufschub vor allem Unsicherheit: Ohne klare Leitplanken bleibt der rechtliche Status des Handels mit tokenisierten Versionen populärer Aktien uneindeutig. Projekte und Plattformen, die auf diesen Rahmen hingearbeitet hatten, müssen vorerst warten, bis die SEC ihre Linie festlegt.