SEC verschiebt Innovations-Ausnahme für tokenisierte Aktien auf unbestimmte Zeit

Die US-Börsenaufsicht SEC tritt bei tokenisierten Wertpapieren auf die Bremse. Die geplante "innovation exemption", ein Ausnahmeregime für tokenisierte Aktien, sollte ursprünglich in der Woche ab dem 18. Mai vorgestellt werden. Nun wurde das Vorhaben auf unbestimmte Zeit vertagt. Auslöser waren laut Bloomberg (Bericht vom 22. Mai) Rückmeldungen von Börsenvertretern und weiteren Marktteilnehmern. Sie forderten mehr Klarheit dazu, wie die Ausnahme in der Praxis funktionieren würde. Zusätzlich gab es offenbar interne Vorbehalte bei der SEC. Ein bereits vorbereitetes Papier wurde zurückgezogen und soll überarbeitet werden. Im Zentrum der Bedenken steht das Risiko einer Marktfragmentierung: Wenn dieselbe Aktie parallel über mehrere blockchainbasierte Handelsplätze gehandelt wird, könnte Liquidität aufgesplittert und die Preisfindung erschwert werden. SEC-Kommissarin Hester Peirce hatte vor der Verschiebung eine wesentliche Abgrenzung betont: Eine spätere Ausnahme würde nur für echte tokenisierte Abbilder börsennotierter Wertpapiere gelten. Synthetische Token, die lediglich die Kursentwicklung nachbilden, ohne durch die zugrunde liegenden Aktien gedeckt zu sein, sollen ausdrücklich ausgeschlossen werden. Der Schritt steht im Kontext früherer Aussagen von SEC-Chef Paul Atkins, der sich grundsätzlich offen für eine stärkere Verzahnung von Blockchain-Technologie und klassischer Finanzmarktinfrastruktur gezeigt hatte. Für Anleger und Plattformbetreiber ist die Unterscheidung zwischen authentischer Tokenisierung und synthetischem Exposure zentral. Mit der frühen Festlegung signalisiert die SEC, wo die regulatorischen Leitplanken voraussichtlich verlaufen. Anbieter, deren Modelle auf synthetischer Aktien-Exposure beruhen, dürften dies als Warnsignal werten.