SEC stuft Bitcoin und Ethereum als Nicht-Wertpapiere ein und legt neues Token-Rahmenwerk vor

SEC-Chef Paul Atkins hat am Dienstag einen weitreichenden Schritt in der US-Kryptoregulierung angekündigt: Bitcoin, Ethereum und eine breite Palette digitaler Vermögenswerte seien formal von den US-Wertpapiergesetzen ausgenommen. Die Entscheidung ziehe einen klaren rechtlichen Schlussstrich unter mehr als ein Jahrzehnt an Unsicherheit und Durchsetzung ohne eindeutige Leitplanken. Auf dem DC Blockchain Summit 2026 stellte Atkins eine neue Token-Taxonomie sowie ein Rahmenwerk zur Auslegung von "Investment Contracts" vor, das die SEC nach seinen Angaben ab sofort umsetzt. "Das anhaltende Versäumnis der SEC, in dieser Frage Klarheit zu schaffen, ist vorbei", sagte Atkins. Vier Kategorien ausdrücklich keine Wertpapiere Das neue Rahmenwerk definiert vier Gruppen von Krypto-Assets, die unter US-Recht ausdrücklich nicht als Wertpapiere gelten: - Digitale Rohstoffe (digital commodities), darunter Bitcoin und Ethereum - Digitale Sammlerstücke (digital collectibles) - Digitale Werkzeuge (digital tools) - Zahlungs-Stablecoins, die unter dem GENIUS Act emittiert werden Unter der neuen Auslegung bleibt nur eine eng gefasste Klasse im Zuständigkeitsbereich der SEC: "digitale Wertpapiere". Darunter versteht die Behörde traditionelle Finanzwertpapiere, die tokenisiert und auf eine Blockchain übertragen wurden. Alle übrigen Krypto-Assets fielen damit außerhalb der SEC-Jurisdiktion. Atkins formulierte es zugespitzt: "Wir sind nicht mehr die 'Securities and Everything' Commission." Geplante Safe-Harbors für Startups und Fundraising Über die Taxonomie hinaus skizzierte Atkins zwei neue Wege der Kapitalaufnahme, die Innovation in die USA zurückholen sollen. Erstens eine Startup-Ausnahme: eine zeitlich befristete Registrierungsbefreiung von bis zu vier Jahren, die es Krypto-Frühphasenprojekten ermöglichen würde, bis zu 5 Mio. US-Dollar einzuwerben, ohne die volle Wertpapier-Compliance erfüllen zu müssen. Zweitens eine Fundraising-Ausnahme für reifere Projekte: Bis zu 75 Mio. US-Dollar könnten innerhalb von 12 Monaten aufgenommen werden, sofern bei der SEC ein Offenlegungsdokument eingereicht wird, das die finanzielle Lage des Projekts sowie geprüfte Jahresabschlüsse umfasst. Beide Ausnahmen sollen bestehende Kapitalaufnahme-Mechanismen ergänzen, nicht ersetzen. Kongress bleibt entscheidend Trotz der Tragweite betonte Atkins, dass SEC-Regelwerke allein keine dauerhafte Lösung seien. Eine zukunftsfeste Krypto-Regulierung könne nur der Kongress mit umfassender Marktstruktur-Gesetzgebung schaffen. Atkins stellte sich hinter den parteiübergreifenden Clarity Act, der derzeit im Kongress beraten wird, und bezeichnete "Regulation Crypto Assets" als Vorgriff auf die Umsetzung des Gesetzes. "Ich vertraue darauf, dass es bald auf dem Schreibtisch von Präsident Trump landet", sagte Atkins. Für eine Branche, die über Jahre mit Durchsetzungsverfahren, Rechtsrisiken und regulatorischer Unschärfe operierte, gilt die Ankündigung als bislang deutlichstes Signal, dass Washington dem Kryptosektor mehr Planungssicherheit geben will.