Ripple und Kyobo Life starten in Südkorea Pilot für Blockchain-Abwicklung tokenisierter Staatsanleihen
Ripple und Kyobo Life Insurance haben in Südkorea ein Pilotprojekt zur blockchainbasierten Abwicklung tokenisierter Staatsanleihen gestartet. Ripple Custody soll dabei die Emission, Verwahrung und das Settlement unterstützen. Ziel ist es, etablierte, stark intermediärgetriebene Prozesse im Anleihegeschäft zu vereinfachen und die übliche zweitägige Abwicklungsfrist durch On-Chain-Infrastruktur perspektivisch deutlich zu verkürzen.
Das Projekt positioniert sich ausdrücklich als Effizienzvorhaben: Eine Abwicklung nahe Echtzeit soll das Kontrahentenrisiko senken und Kapital effizienter nutzbar machen. Durch die Verlagerung des Settlements auf die Blockchain soll ein historisch komplexer und operativ aufwendiger Ablauf für Institutionen schlanker werden.
Der Start fällt in eine Phase, in der Südkorea den Rechtsrahmen für digitale Wertpapiere konkretisiert. Am 15. Januar hat die Nationalversammlung Änderungen verabschiedet, die blockchainbasierte Distributed Ledgers als zulässige Wertpapierregister anerkennen. Das neue Regelwerk soll nach weiterer Ausgestaltung und Infrastrukturarbeit am 4. Februar 2027 in Kraft treten. Die Reformen schaffen zudem die Grundlage dafür, dass sogenannte Investment-Contract-Securities über regulierte Wertpapierfirmen gehandelt werden können, mit dem Ziel, Zugang und Liquidität für nicht traditionelle Instrumente zu verbessern.
Über das Anleihe-Settlement hinaus wollen Ripple und Kyobo Life prüfen, wie sich tokenisierte Treasury-Abwicklung in das breitere Finanzsystem Koreas übertragen lässt. Kyobo Life plant außerdem, stablecoinbasierte Zahlungsrails sowie Integrationen in Liquiditäts- und Treasury-Management-Systeme zu untersuchen. Damit dient der Pilot nicht nur der Digitalisierung eines bestehenden Instruments, sondern auch als Test, ob tokenisierte Infrastruktur Wertflüsse in koreanischen Finanzprozessen effizienter abbilden kann.