Kraken-Mutter Payward streicht 150 Stellen vor Börsenplänen und Kapitalrunde zu 20 Mrd. US-Dollar

Payward, die Muttergesellschaft der Kryptobörse Kraken, baut rund 150 Stellen ab. Das entspricht etwa 5% der globalen Belegschaft von knapp 3.000 Mitarbeitenden. Nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens ist der Schritt Teil eines größeren Effizienzprogramms, mit dem Payward die Organisation vor einem geplanten Börsengang in den USA straffen will. Parallel dazu sondiert das Unternehmen eine Finanzierung zu einer Bewertung von rund 20 Mrd. US-Dollar. Der aktuelle Stellenabbau reiht sich in eine länger laufende Restrukturierung ein. Im Oktober 2024 hatte Kraken bereits rund 400 Positionen gestrichen, damals knapp 15% der Belegschaft. Diese Maßnahme folgte kurz nach dem Einstieg von Arjun Sethi, der seither gemeinsam mit David Ripley als Co-CEO fungiert. Weitere Kürzungen gab es Anfang 2025, als Doppelstrukturen zusammengelegt und Geschäftsbereiche überprüft wurden. Eine Sprecherin bzw. ein Sprecher von Kraken wollte sich nicht zu einzelnen Personalentscheidungen äußern. Das Unternehmen betonte, man prüfe die Struktur fortlaufend, um die passenden Talente zu halten und Wachstum zu unterstützen. Einen generellen Einstellungsstopp gebe es nicht: In ausgewählten Bereichen wie Derivate, Zahlungsverkehr und tokenisierte Vermögenswerte werden weiterhin Stellen aufgebaut. Der Börsenplan bleibt grundsätzlich bestehen. Payward reichte im November 2025 vertraulich einen Entwurf der S-1-Registrierung bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Im März 2026 wurde der Zeitplan laut Quellen ausgesetzt, nachdem schwächere Kursentwicklungen jüngerer Krypto-Börsendebüts die Anlegernachfrage gedämpft hatten. Demnach will Payward den Gang an die Börse wieder aufnehmen, sobald sich das Marktumfeld verbessert. Co-CEO Arjun Sethi hatte erklärt, Kraken sei zu etwa 80% bereit für den Börsengang. Trotz Kostendisziplin treibt Payward Zukäufe voran. Der größte Deal erfolgte 2025 mit der Übernahme von NinjaTrader für 1,5 Mrd. US-Dollar. Zudem wurden Reap Technologies, ein Anbieter für Stablecoin-Zahlungen, sowie Bitnomial, eine Plattform für Krypto-Derivate, übernommen. Die Transaktionen unterstreichen die strategische Ausrichtung: In einzelnen Bereichen wird Personal reduziert, während in Produkten rund um Derivate, Payments und institutionellen Handel investiert wird. Wann Payward tatsächlich in die IPO-Warteschlange zurückkehrt, hängt vor allem vom Krypto-Markt und der Investorenstimmung ab. Bis dahin setzt das Management nach Einschätzung von Beobachtern auf höhere Margen, gezielte Akquisitionen und eine schlankere Struktur zur Vorbereitung auf die Anforderungen des Kapitalmarkts. Hinweis: Diese Informationen dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Für Verluste aus der Nutzung der genannten Inhalte, Produkte oder Dienstleistungen wird keine Haftung übernommen. Leserinnen und Leser sollten vor Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Unternehmen Vorsicht walten lassen.