Kevin Warsh als Fed-Chef vereidigt – Krypto-Beteiligungen im Wert von über 131 Mio. US-Dollar

Kevin Warsh ist am 22. Mai als 17. Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve vereidigt worden. Er ist damit der erste Fed-Chef seit Alan Greenspan im Jahr 1987, dessen Amtseinführung im Weißen Haus stattfand. Die Zeremonie beendet ein politisch aufgeladenes Bestätigungsverfahren und bringt einen Notenbankchef ins Amt, dessen private Verflechtungen mit digitalen Vermögenswerten in dieser Größenordnung für die Fed bislang ohne Beispiel sind. Warsh (56) folgt auf Jerome Powell. Der Senat bestätigte ihn am 13. Mai mit 54 zu 45 Stimmen. Das Votum verlief nahezu vollständig entlang der Parteilinien; ein Demokrat stimmte mit den Republikanern. Offenlegungsunterlagen aus dem Bestätigungsprozess weisen indirekte Beteiligungen an mehr als 20 Unternehmen und Vehikeln mit Bezug zu digitalen Vermögenswerten aus. Der geschätzte Gesamtwert dieser Positionen liegt zwischen 131 Mio. und über 209 Mio. US-Dollar und verteilt sich auf verschiedene Venture-Fonds. In den Anhörungen erklärte Warsh, "digitale Vermögenswerte" seien "bereits Teil des Gefüges unserer Finanzdienstleistungsbranche in den Vereinigten Staaten". Warsh gilt als Fed-erfahren: Von 2006 bis 2011 war er Mitglied des Board of Governors, in einer Phase, die die Finanzkrise 2008 und die Folgejahre umfasste. Bei seinem Eintritt 2006 war er das jüngste Mitglied des Gremiums. Zuvor arbeitete er bei Morgan Stanley und übernahm wirtschaftspolitische Aufgaben in der Regierung von George W. Bush. Nach seinem Ausscheiden 2011 wechselte er in den Bereich privater Investments; in diesem Umfeld entstanden die heutigen Engagements über Venture-Fonds, darunter auch im Digital-Asset-Sektor. Für Investoren könnte ein Fed-Vorsitzender, der digitale Vermögenswerte als festen Bestandteil des US-Finanzsystems einordnet, die Rahmenbedingungen verschieben. Banken, die Krypto-Unternehmen bislang auch wegen regulatorischer Unklarheiten zurückhaltend bedient haben, könnten unter einer Fed-Führung, die die Branche nicht grundsätzlich stigmatisiert, mehr Planungssicherheit sehen. Warsh übernimmt die Leitung in einer Wirtschaft, die mit Inflationsrisiken ringt, verstärkt durch geopolitische Spannungen. Zinsentscheidungen dürften seine Anfangszeit prägen und wirken direkt auf die Bewertung von Risikoanlagen, einschließlich Krypto. Das knappe Bestätigungsergebnis ist zugleich ein Signal für die politischen Kräfteverhältnisse: Mit 54 zu 45 startet Warsh ohne breite parteiübergreifende Rückendeckung, was seinen Spielraum bei umstrittenen Vorhaben begrenzen kann. Angesichts von Beteiligungen, die in Krypto-nahen Venture-Engagements über 209 Mio. US-Dollar erreichen könnten, werden zudem jede Äußerung und jede Politikentscheidung mit Bezug zu digitalen Vermögenswerten besonders genau daraufhin geprüft werden, ob sie dem öffentlichen Interesse oder eigenen finanziellen Interessen dient.