Trump ernennt Kevin Warsh zum neuen Fed-Chef

Kevin Warsh ist neuer Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve. Er wurde am 22. Mai 2026 bei einer Zeremonie im Weißen Haus vereidigt. Präsident Donald Trump erklärte, Warsh werde das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Institution wiederherstellen und ihre Unabhängigkeit sichern. Der Senat bestätigte Warsh am 13. Mai mit 54 zu 45 Stimmen. Trump hatte ihn am 30. Januar 2026 als Nachfolger von Jerome Powell nominiert, dessen Amtszeit Anfang des Monats geendet hatte. Warsh gilt als krisenerprobter Kandidat mit Reformagenda. Er war bereits von Februar 2006 bis März 2011 Mitglied des Board of Governors, darunter während der schwersten Finanzkrise seit der Großen Depression. Bei seiner Ernennung war er 35 Jahre alt und damit damals der jüngste Fed-Gouverneur. In dieser Zeit arbeitete er eng mit dem damaligen Fed-Chef Ben Bernanke zusammen, als die Notenbank versuchte, einen Zusammenbruch des globalen Finanzsystems zu verhindern. In den vergangenen Jahren kritisierte Warsh die Geldpolitik nach der Pandemie deutlich. Seiner Ansicht nach habe die Fed zu spät gestrafft und ihre Bilanz zu aggressiv ausgeweitet. Mit 56 kehrt er nun zurück und spricht von einem "Regimewechsel". Vor seiner Fed-Zeit war Warsh zudem als Special Assistant von Präsident George W. Bush für Wirtschaftspolitik tätig. Trump forderte Warsh auf, "sein eigenes Ding" zu machen, und betonte die Bedeutung einer Notenbank ohne politische Einflussnahme. Dass die Vereidigung im Weißen Haus und nicht in der Fed-Zentrale an der Constitution Avenue stattfand, setzte zugleich ein sichtbares Signal. Warsh versprach seinerseits, politische Einflüsse aus den Entscheidungsprozessen der Fed herauszuhalten. Für Anleger über verschiedene Anlageklassen hinweg, einschließlich Krypto, könnte die Warsh-Ära eine spürbare Abkehr vom geldpolitischen Rahmen seit der Pandemie bedeuten. Seine dokumentierte Skepsis gegenüber der Bilanzausweitung spricht dafür, dass er einen schnelleren Abbau der Notenbankbestände anstreben könnte, als es die Märkte derzeit einpreisen. Für Bitcoin und den breiteren Kryptomarkt bedeutet eine straffere Geldpolitik historisch Gegenwind für spekulative Anlagen, weil Finanzierungskosten steigen und renditetragende Alternativen attraktiver werden. Die Korrelation von Bitcoin mit der makroökonomischen Liquidität ist in den vergangenen Jahren vielfach beobachtet worden. Beachtung verdient auch das knappe Bestätigungsvotum von 54 zu 45. Der geringe Vorsprung bedeutet, dass Warsh ohne überwältigendes politisches Kapital startet, was die Umsetzung seiner Reformagenda in der Praxis begrenzen könnte.