JPX erwägt TOPIX-Ausschluss für krypto-lastige Unternehmen – Metaplanet-Indexaufnahme in Gefahr
Japan Exchange Group (JPX) prüft laut Nikkei neue Leitlinien, die Unternehmen mit hohem Krypto-Anteil vom Tokyo Stock Price Index (TOPIX) fernhalten könnten. Im Fokus stehen Firmen, die mehr als 50% ihrer Vermögenswerte in Kryptowerten halten. Nach den Überlegungen würden neue "Crypto-Treasury"-Strukturen in dieser Kategorie nicht in den TOPIX aufgenommen. Bereits gelistete Titel könnten bei Inkrafttreten der Regelung aus dem Index entfernt werden. JPX soll dazu Rückmeldungen von Marktteilnehmern eingeholt haben.
Für Metaplanet würde das die geplante Aufnahme in den TOPIX nach der Index-Neugewichtung im Oktober 2026 erschweren. Das Unternehmen war im Oktober 2025 vom Small Cap- in das Mid Cap-Segment hochgestuft worden und wurde in der Folge in den FTSE Japan Index sowie den FTSE AllWorld Index aufgenommen. Die Umstufung erhöhte die institutionelle Sichtbarkeit der Metaplanet-Aktie (3350). Ein TOPIX-Ausschluss könnte nun passive Abflüsse aus Indexprodukten auslösen und auch inländische Investoren treffen, die den TOPIX als Benchmark nutzen.
JPX beschäftigt sich nicht erst seit diesem Jahr mit dem Thema. Bereits im vergangenen November hatte die Börsengruppe gegenüber Bloomberg erklärt, man erwäge strengere Vorgaben zum Anlegerschutz angesichts hoher Volatilität. Damals war die Metaplanet-Aktie um 75% gefallen, nachdem sie zuvor im Jahr 2025 um mehr als 400% gestiegen war. Ein JPX-Sprecher sagte, man beobachte Unternehmen, die aus Risiko- und Governance-Sicht Anlass zur Sorge gäben, um Aktionäre und Investoren zu schützen. Aus Sicht von JPX belastet die krypto-getriebene Volatilität Aktienanleger und müsse begrenzt werden. Diskutiert wurden unter anderem strengere Fusionsregeln und Prüfungen, um extreme Kursschwankungen einzudämmen. Der mögliche Index-Ausschluss würde diese harte Linie weiter untermauern.
Wie stark Metaplanet betroffen wäre, hängt auch vom weiteren Vorgehen ab. Vergleichbare Diskussionen gab es beim MSCI Index: Ähnliche Pläne hatten Ende 2025 und Anfang 2026 einen Abverkauf bei Strategy's MSTR ausgelöst. Analysten befürchteten damals passive Abflüsse von rund $3B$9B, falls weitere Indizes nachziehen würden. Als MSCI die Pläne Anfang Januar verwarf, hatte MSTR bereits 60% von $365 auf $147 verloren.
Beobachter rechnen damit, dass Metaplanet gegen die JPX-Pläne argumentieren wird, ähnlich wie Strategy im Fall MSCI. Ob Metaplanet als weltweit drittgrößtes BTC-Treasury-Unternehmen JPX zum Einlenken bewegen kann, ist offen. Die in Tokio notierte Aktie (3350) schloss am 3. April bei $1.87 und lag damit 86% unter dem Hoch aus 2025 von $13.3.
Kurzüberblick: JPX will Unternehmen mit starkem Krypto-Exposure vom TOPIX ausschließen. Die Regel könnte Metaplanets erwartete TOPIX-Aufnahme im Oktober 2026 blockieren und zusätzlichen Verkaufsdruck durch passive Abflüsse auslösen.