Italiens größte Bank stockt im 1. Quartal Grayscale-XRP-Engagement um 18 Mio. US-Dollar auf
Intesa Sanpaolo, Italiens größte Bank, hat ihre Positionen in digitalen Anlageprodukten im ersten Quartal 2026 laut Berichten deutlich ausgebaut und erstmals ein XRP-bezogenes Engagement über den Grayscale XRP Trust aufgebaut. Auf Basis der gemeldeten Q1-Daten hielt die Bankengruppe 712.319 Anteile am Grayscale XRP Trust im Gegenwert von rund 18 Mio. US-Dollar. Damit erhält Intesa Sanpaolo ein indirektes XRP-Exposure über ein Anlagevehikel, ohne die Token direkt zu halten.
Im selben Zeitraum sollen sich die krypto-bezogenen Vermögenswerte der Bank auf etwa 235 Mio. US-Dollar erhöht haben. Zum Ende des 4. Quartals 2025 lagen sie demnach noch bei rund 100 Mio. US-Dollar. Der Zuwachs deutet auf eine breitere Ausrichtung auf digital-asset-gebundene Produkte hin, vor allem in den Bereichen Bitcoin, Ethereum und XRP. Parallel dazu habe Intesa Sanpaolo das Engagement in Solana-bezogenen Produkten reduziert.
Das neue XRP-Exposure wurde über die Trust-Struktur von Grayscale umgesetzt. Solche Konstruktionen werden von institutionellen Investoren häufig genutzt, um über bekannte Finanzvehikel Zugang zu digitalen Assets zu erhalten, statt die Verwahrung der Token selbst zu übernehmen. XRP bleibt bei Institutionen unter Beobachtung, unter anderem wegen seiner Verankerung in Zahlungs- und Liquiditätsanwendungen sowie der XRP Ledger. Zudem steht der Vermögenswert weiterhin im Fokus US-amerikanischer Krypto-Politikdebatten im Zuge des langjährigen Rechtsstreits von Ripple mit der Securities and Exchange Commission.
Berichten zufolge war die XRP-Position Teil einer breiteren Portfolioanpassung: Intesa Sanpaolo habe ihr Bitcoin-Exposure ausgebaut, erstmals Ethereum-Exposure aufgenommen und gleichzeitig Solana-Exposure verringert. Der Zugang zu Ethereum soll über den iShares Staked Ethereum Trust erfolgt sein. Das Solana-Engagement sei über den Bitwise Solana Staking ETF reduziert worden. Die Verschiebungen sprechen für eine Rotation innerhalb krypto-bezogener Produkte im Quartal.
Die Nutzung von Trust- und ETF-ähnlichen Strukturen zeigt, wie große Banken Krypto-Exposure unter internen Risikoanforderungen, Verwahrvorgaben und regulierten Anlagekanälen abbilden können.
Unabhängig davon setzt Intesa Sanpaolo laut früheren Berichten im Rahmen ihrer Digital-Asset-Strategie auch auf Ripple Custody, früher unter dem Namen Metaco bekannt. Ripple Custody stellt institutionelle Werkzeuge für die Verwahrung und Verwaltung digitaler Vermögenswerte bereit, einschließlich tokenisierter Assets. Verwahrinfrastruktur gilt als zentral, da Banken sichere Systeme für Aufbewahrung, Zugriffsrechte, Transaktionsfreigaben und operatives Reporting benötigen.
Intesa Sanpaolo ist Italiens größte Bankengruppe und zählt zu den bedeutenden Finanzinstituten Europas. Die Gruppe bedient rund 14 Mio. Kunden und ist in den Bereichen Retail Banking, Corporate Finance, Investment Banking, Wealth Management und Private Banking tätig. Digital-Asset-Verwahrung und Tokenisierungswerkzeuge könnten diese Geschäftsfelder stützen, sofern die Nachfrage nach regulierten Krypto-Produkten und tokenisierten Finanzinstrumenten weiter zunimmt.