US-Aufsichtsausschuss untersucht Kalshi und Polymarket wegen Insiderhandelsverdacht

Der Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses hat Ermittlungen gegen die Prognosemärkte Kalshi und Polymarket eingeleitet. Ausschusschef James Comer sagte am Freitag in CNBC's "Squawk Box", er habe Schreiben an Polymarket-CEO Shayne Coplan und Kalshi-CEO Tarek Mansour verschickt. Darin fordert er interne Unterlagen zur Identitätsprüfung, zu geografischen Zugangsbeschränkungen sowie zur Erkennung auffälliger Handelsaktivitäten. Die Frist läuft am 5. Juni ab. Hintergrund sind wachsende Bedenken im Kongress nach mehreren Vorfällen mit hoher Aufmerksamkeit, darunter ein US-Soldat, der mutmaßlich aus geheimen Informationen Profit geschlagen haben soll, sowie Kongresskandidaten, die auf den Ausgang ihrer eigenen Vorwahlen setzten. Comer betonte, ohne Einblick in interne Unternehmensunterlagen lasse sich nicht klären, ob Nutzer Insiderhandel betreiben und ob die Plattformen gesetzliche Schutzmechanismen ausreichend durchsetzen. Ziel der Untersuchung sei auch, eine Grundlage für Gesetzesvorhaben zu schaffen, die Regierungsbediensteten und Kongressmitgliedern die Teilnahme an solchen Märkten untersagen. Prognosemärkte sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen; Nutzer wetten dort auf Ergebnisse von Wahlen, Sportereignissen, politischen Entscheidungen und Entertainment-Preisen. Mit der steigenden Bedeutung nehmen auch die Sorgen von Politik und Aufsicht zu, Personen könnten privilegierte staatliche Informationen zur persönlichen Bereicherung nutzen. Kalshi stand zuletzt zusätzlich in der Kritik, nachdem mehrere politische Kandidaten über die Plattform auf ihre eigenen Kampagnen gewettet hatten. Im April suspendierte das Unternehmen drei Kongresskandidaten, die mit diesen Wetten in Verbindung standen. Abgeordnete beider Parteien drängen auf eine strengere Regulierung; mehrere im Kongress eingebrachte Gesetzentwürfe zielen auf Insiderhandel und weitere Risiken im Umfeld von Online-Wettplattformen. Comers Schritt folgt zudem auf eine Forderung demokratischer Abgeordneter um den Abgeordneten Chris Pappas, wonach der Ausschuss Prognosemarkt-Anbieter per Vorladung zur Herausgabe von Unterlagen zwingen solle.