Grayscale reicht Hyperliquid-ETF ein: Produkt soll HYPE-Token abbilden

Grayscale hat am Freitag bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) einen Antrag für einen Hyperliquid-ETF eingereicht. Das Produkt soll die Kursentwicklung des Hyperliquid-(HYPE)-Tokens nachbilden und an der Nasdaq unter dem Ticker GHYP notieren. Mit dem Vorstoß schließt Grayscale zu Bitwise und 21Shares auf, die bereits vergleichbare Anträge mit Bezug auf dasselbe Protokoll eingereicht hatten. Die Einreichungen unterstreichen die wachsende Nachfrage nach Krypto-Investmentprodukten jenseits von Spot-Engagements in Bitcoin und Ethereum, insbesondere mit Fokus auf derivatelastige Ökosysteme. Aus dem SEC-Antrag geht hervor, dass Coinbase als Verwahrstelle (Custodian) fungieren soll. Angaben zur Verwaltungsgebühr machte Grayscale nicht. Damit bleibt die Kostenstruktur vorerst offen, wie bei früheren ETF-Anträgen, bei denen Emittenten zunächst auf Geschwindigkeit setzten. On-Chain-Daten von DeFiLlama zeigen, dass Hyperliquid wöchentlich Handelsvolumina zwischen 40 Mrd. und 100 Mrd. US-Dollar verzeichnete und damit seine Position als aktivster dezentraler Handelsplatz für Perpetual-Futures trotz zunehmender Konkurrenz behauptete. Der gesamte Markt für Perpetual-Futures legte ebenfalls zu: DeFiLlama beziffert das wöchentliche Gesamtvolumen in diesem Jahr auf 125 Mrd. bis 300 Mrd. US-Dollar und damit auf mehr als das Doppelte des Niveaus im Vorjahreszeitraum. Bei der ETF-Struktur lässt Grayscale Staking als Option offen. In der Einreichung heißt es, Staking-Erträge könnten zu einem späteren Zeitpunkt integriert werden, abhängig von regulatorischer Klarheit und operativer Umsetzbarkeit. Bitwise hat seinen früheren Antrag bereits um Staking ergänzt, 21Shares deutete ähnliche Pläne an. In den USA bleibt die regulatorische Einordnung von Staking-Produkten allerdings ungeklärt. Der geplante ETF zielt primär auf die Abbildung der Token-Performance ab und nicht auf eine Replikation der vollen Protokollaktivität. Damit erhalten Anleger zwar Zugang zu HYPE-Kursbewegungen über regulierte Märkte, partizipieren aber nicht direkt an Erlösen aus dem Derivatehandel innerhalb des Ökosystems. Grayscale verweist zudem auf Hyperliquids wachsende Rolle bei tokenisierten Real-World Assets. Das Protokoll ermögliche fortlaufenden Handel etwa in Öl und Gold, auch wenn traditionelle Börsen geschlossen sind, was Interesse aus dem klassischen Finanzsektor an einer 24/7-Exposure wecke. Neue Wettbewerber wie Aster, Lighter und edgeX treten in den Markt ein, dennoch habe HYPE über die meisten Wochen einen dominanten Anteil an der Handelsaktivität gehalten. Mit mehreren Anträgen zum gleichen Basisprotokoll steigt der Prüfungsdruck auf die SEC. Zeitpläne für mögliche Genehmigungen bleiben offen, während die Behörde Digital-Asset-ETFs jenseits von Bitcoin und Ethereum weiter bewertet. Als nächster wichtiger Schritt gilt, ob die SEC den Antrag formal annimmt und einen Prüfzeitplan festlegt.