Goldman Sachs: Yuan rund 20% unterbewertet – mögliche Folgen für Devisen- und Kryptomärkte
Goldman Sachs warnt in einer Kundenmitteilung: Der chinesische Yuan sei deutlich unterbewertet und dürfte im kommenden Jahr aufwerten – mit potenziellen Effekten nicht nur im Devisenhandel, sondern auch bei Zahlungsströmen und im Kryptosektor.
Nach Einschätzung der Bank ist der Yuan gegenüber dem US-Dollar um mindestens 20% unterbewertet. Eine Aufwertung gilt als naheliegendes Gleichgewichtsszenario, gestützt durch Chinas Exportentwicklung. Das Analystenteam um Kamakshya Trivedi beschreibt die Argumente für eine stärkere Währung als "fundamentaler und länger anhaltend" und verweist auf die hohe Wettbewerbsfähigkeit der Exporte sowie einen externen Überschuss, der im Verhältnis zum globalen BIP in Richtung historischer Spitzenwerte tendiere.
Aktueller Stand und Ausblick: Am Freitag lag der Yuan bei etwa 6,80 je US-Dollar. Goldman Sachs erwartet 6,70 in sechs Monaten und 6,50 binnen eines Jahres. Damit würde die Währung gegenüber dem Dollar in die Nähe ihres stärksten Niveaus seit Anfang 2023 rücken.
Unterstützend wirkt aus Sicht der Bank die zunehmende Nutzung des Yuan für Zahlungsabwicklungen in Asien und im Globalen Süden. Auch geldpolitische und handelsbezogene Faktoren passen ins Bild: Die People's Bank of China erhöht nach Goldman-Angaben die Umtauschquoten für Exporteure, was eine "schrittweise, aber anhaltende" Aufwertung zum wahrscheinlichsten Basisszenario mache. Zudem hat der Dollarindex DXY seit 2025 nachgegeben und tut sich schwer, die Marke von 100 zu halten – ein Umfeld, das dem Yuan Rückenwind geben könnte.
Implikationen für Krypto: Ein stärkerer und breiter genutzter Yuan könnte die Nachfrage nach RMB-nahen Zahlungsrails und Stablecoins erhöhen und in einzelnen Korridoren grenzüberschreitende Abwicklungen teilweise vom Dollar weg verlagern. Für Trader sowie Krypto-Unternehmen mit Geschäft in Asien und im Globalen Süden könnten Bewegungen im Yuan daher an Bedeutung gewinnen.
Fazit: Goldman Sachs sieht den Yuan strukturell unterbewertet und mit klarer Aufwärtschance binnen eines Jahres – relevant für FX-Desks ebenso wie für Zahlungsdienstleister und Krypto-Akteure, die globale Settlement-Trends verfolgen.