Goldman Sachs stößt XRP-ETF-Position ab – Markt nimmt Verkauf auf, Zuflüsse bleiben robust
Goldman Sachs hat sich im ersten Quartal 2026 still aus XRP-ETF-Engagements zurückgezogen und eine zuvor auf rund 154 Mio. US-Dollar bezifferte Position vollständig auf null reduziert. Der Schritt sorgt in der XRP-Community für Aufmerksamkeit, galt die Bank doch zuletzt als einer der größten offen ausgewiesenen institutionellen Investoren in XRP-bezogene ETF-Produkte.
Auslöser des Interesses ist weniger der Ausstieg selbst als die Marktreaktion. Aus Goldmans jüngster 13F-Meldung geht hervor, dass zum Ende des ersten Quartals 2026 keine XRP-verknüpften ETF-Bestände mehr gehalten wurden. Die Mitte Mai bei der SEC eingereichte Meldung ordnet den Verkauf in einen breiteren Portfolio-Umbau ein: Goldman beendete auch sein Solana-ETF-Engagement, senkte die Ethereum-ETF-Position um rund 70% und reduzierte zudem Teile des Bitcoin-ETF-Exposures. Bei Bitcoin blieb die Bank dennoch mit einer deutlich größeren Position von nahe 700 Mio. US-Dollar investiert.
Ein Kommentator auf X, bekannt als X Finance Bull, verwies darauf, dass das entscheidende Signal nicht der Verkauf, sondern dessen problemlose Aufnahme durch den Markt sei. In der Woche, in der die Nachricht öffentlich wurde, verzeichneten XRP-ETFs trotz des vollständigen Abbaus der mutmaßlich 154 Mio. US-Dollar schweren Position wöchentliche Nettozuflüsse von 60,5 Mio. US-Dollar. Das legt nahe, dass andere Käufer die Abgabemenge nicht nur kompensierten, sondern die Zuflüsse sogar ins Plus drehten.
Spot-XRP-ETFs verbuchten in diesem Zeitraum den stärksten Wochenzufluss seit Januar; die kumulierten Zuflüsse stiegen auf etwa 1,39 Mrd. US-Dollar. Unter der Annahme, dass der vollständige Abbau in derselben Woche erfolgte, hätte die Kaufnachfrage insgesamt mehr als 214 Mio. US-Dollar erreichen müssen, um Goldmans Verkauf im Umfang von 154 Mio. US-Dollar zu absorbieren und dennoch Nettozuflüsse auszuweisen.
Damit wirkt der Vorgang komplexer, als es eine rein negative Schlagzeile nahelegt: Abgaben eines großen Marktteilnehmers werden vor allem dann belastend, wenn auf der Gegenseite nicht genügend Nachfrage steht. In diesem Fall wurde der Verkaufsdruck nicht nur aufgenommen, sondern durch neue Käufe übertroffen – ein Hinweis auf anhaltendes Interesse an XRP, trotz des Rückzugs von Goldman Sachs.