Galaxy Digital weitet Q1-Verlust auf 216 Mio. US-Dollar aus – Kryptomarkt fällt um rund 20%
Galaxy Digital, der von Mike Novogratz geführte Anbieter von Krypto-Finanzdienstleistungen und Infrastruktur, hat im ersten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 216 Mio. US-Dollar ausgewiesen. Im Vorquartal hatte der Verlust noch bei 482 Mio. US-Dollar gelegen. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 188 Mio. US-Dollar, das verwässerte Ergebnis bei minus 0,49 US-Dollar je Aktie.
Das Eigenkapital belief sich auf 2,8 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 46% gegenüber dem Vorjahr. Die Liquidität in Form von Barmitteln und Stablecoins lag bei 2,6 Mrd. US-Dollar und blieb damit nahezu unverändert zum Vorquartal. Belastend wirkten vor allem nicht realisierte Abwertungen auf digitale Vermögenswerte sowie Investment-Positionen im Segment Treasury und Corporate, das unter den schwächeren Marktbedingungen im Kryptosektor stand.
Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarkts sank im Quartal um rund 20%. Bitcoin gab nahezu 24% nach und verzeichnete damit den stärksten Quartalsrückgang seit 2018. Ende März lag der Kurs bei etwa 66.600 US-Dollar.
Helios-Rechenzentrum: Erste Halle in Betrieb, Cashflow startet
Galaxy nahm am Helios-Campus in West Texas die erste Data Hall in Betrieb und übergab sie im Rahmen eines Phase-I-Mietvertrags an CoreWeave, einen Anbieter von KI-Rechenleistung. "Die Lichter sind bei Helios an", schrieb Novogratz auf X. "Unser KI-Rechenzentrumsgeschäft generiert offiziell Cashflow."
Die verbleibenden 133 Megawatt an kritischer IT-Kapazität in Phase I sollen bis Ende des zweiten Quartals 2026 geliefert werden. Der Bau von Phase II mit 260 Megawatt läuft bereits und ist auf eine Auslieferung Anfang 2027 ausgelegt. Im Quartal genehmigte ERCOT, der texanische Netzbetreiber, zusätzliche 830 Megawatt Strom für Helios. Damit verdoppelte sich die insgesamt genehmigte Kapazität auf mehr als 1,6 Gigawatt.
Der komplette CoreWeave-Vertrag umfasst über drei Phasen 526 Megawatt kritische IT-Last bei einer Grundlaufzeit von 15 Jahren. Galaxy erwartet, dass diese Vereinbarung allein im Durchschnitt mehr als 1 Mrd. US-Dollar Umsatz pro Jahr generiert, bei einer prognostizierten EBITDA-Marge von rund 90%.
Segment Digital Assets: Stabilere Erträge, Gegenparteien legen zu
Im Segment Digital Assets lag der bereinigte Bruttogewinn bei 49 Mio. US-Dollar, knapp unter den 51 Mio. US-Dollar des Vorquartals. Galaxy führte die Stabilität auf eine stärkere Ausrichtung auf wiederkehrende Gebühreneinnahmen und Transaktionserträge zurück. Die Zahl der Trading-Gegenparteien stieg um 4% auf 1.691. Die eigenen Handelsvolumina blieben stabil, obwohl die Branchenvolumina laut Daten von The Block deutlich zurückgingen.
Das Kreditbuch schrumpfte um 20% auf durchschnittlich 1,4 Mrd. US-Dollar, da Kunden ihre Hebel reduzierten.
Asset Management: 5 Mrd. US-Dollar AUM, Rückgang bei Staking-Werten vor allem preisbedingt
Zum Ende des ersten Quartals 2026 verwaltete die Asset-Management-Sparte rund 5 Mrd. US-Dollar (Assets under Management) und 3,2 Mrd. US-Dollar (Assets under Stake). Letztere fielen gegenüber dem Vorquartal um 35%, nahezu vollständig infolge gesunkener Token-Preise und nicht aufgrund von Kundenabflüssen. Nettozuflüsse beliefen sich im Quartal auf 69 Mio. US-Dollar.
BlackRock wählte Galaxy als zugelassenen Validator für den iShares Staked Ethereum Trust ETF, BlackRocks erstes krypto-basiertes Produkt mit Renditekomponente. Zudem kündigte Galaxy einen neuen, auf Fintech ausgerichteten Hedgefonds an, der an der Schnittstelle von traditionellem Finanzsystem und Blockchain-Infrastruktur investieren soll. Starttermin ist der 1. Mai.
Treasury, Kapitalallokation und Rückkäufe
Im Corporate-Treasury-Segment wies Galaxy einen bereinigten Bruttoverlust von 140 Mio. US-Dollar und ein negatives EBITDA von 167 Mio. US-Dollar aus. Treiber waren nicht realisierte Abwertungen auf Positionen in digitalen Vermögenswerten sowie Venture-Investments.
Die Eigenkapitalallokation verteilt sich bei Galaxy in etwa auf drei Bereiche: 33% digitale Vermögenswerte, 28% Rechenzentren, 39% Treasury und Corporate.
Im Quartal kaufte das Unternehmen 3,2 Mio. Aktien für 65 Mio. US-Dollar zurück und kompensierte damit die Verwässerung aus Mitarbeiter-Aktienprogrammen. Galaxy schloss zudem das freiwillige Delisting an der Toronto Stock Exchange ab und ist nun ausschließlich an der Nasdaq gelistet. Der Schritt soll die Konzernstruktur nach der Reorganisation im Mai 2025 vereinfachen, mit der die frühere Partnerschaft in eine klassische Kapitalgesellschaft umgewandelt wurde.