Fed schlägt wieder einen restriktiveren Kurs ein, SpaceX und OpenAI treiben IPO-Pläne voran, NVIDIA meldet Rekordzahlen
Huoxing Finance berichtet: Am 23. Mai stand die vergangene Woche an den globalen Märkten im Zeichen außergewöhnlich hoher Schwankungen. Drei Themen gaben den Takt vor: die wachsenden Spannungen im Nahen Osten, eine erneut straffere Tonlage der US-Notenbank und die Kapital-Euphorie rund um Künstliche Intelligenz. Der US-Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen zogen deutlich an, während Gold, Rohöl und Technologiewerte in kurzen Abständen stark ausschlugen. Große KI-Adressen wie SpaceX, OpenAI und Anthropic drängen Richtung Börse und erhöhen damit den Volatilitätsdruck bei Risikoanlagen.
Makroökonomisch rückte die Fed in den Fokus: Kevin Warsh wurde offiziell als Vorsitzender der US-Notenbank vereidigt und stellte eine "reformorientierte" Ausrichtung in Aussicht. Aus dem Protokoll der Fed-Sitzung im April geht hervor, dass die Mehrheit der Entscheidungsträger die Inflationsrisiken wieder steigen sieht. Weitere Zinserhöhungen seien bei Bedarf möglich. Entsprechend schnell nahm am Markt die Erwartung von "higher for longer" zu. Die Rendite der 30-jährigen US-Treasuries erreichte den höchsten Stand seit 2007.
Ein zentraler Unsicherheitsfaktor bleibt der Nahe Osten. Obwohl sich die US-Iran-Gespräche einem Abkommen annähern, agieren beide Seiten nach dem Muster "verhandeln und zugleich Druck aufbauen". Risiken für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus belasten weiter den Energiemarkt: Einige Handelsschiffe weichen aus, die Ölpreise reagieren wiederholt mit heftigen Ausschlägen. Die Märkte preisen Energieinflation und geopolitisches Risiko neu ein.
Im Tech- und KI-Sektor nimmt die IPO-Dynamik spürbar zu. SpaceX hat nach Angaben des Berichts den Börsenprospekt offiziell eingereicht und peilt eine Notiz an der Nasdaq bereits für Ende Juni an. Das anvisierte Emissionsvolumen liegt demnach bei 50 bis 75 Milliarden US-Dollar, bei einer geschätzten Bewertung von 1,25 Billionen US-Dollar, was den Börsengang zu einem der größten der Geschichte machen könnte. Erstmals weist der Prospekt für 2025 einen Umsatz von 18,7 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 33% gegenüber dem Vorjahr. Wegen stark steigender Investitionen in KI und Rechenzentren fiel zugleich ein Nettoverlust von rund 4,9 Milliarden US-Dollar an. OpenAI soll ebenfalls schon in dieser Woche eine IPO-Anmeldung vertraulich einreichen und strebt eine Bewertung von über 1 Billion US-Dollar an. Anthropic plant den Gang an die Börse in der zweiten Jahreshälfte 2026. Die Kapitalisierungswelle entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette beschleunigt sich.
NVIDIA bleibt der wichtigste Treiber des KI-Bullenmarkts. Das Unternehmen meldete einen Quartalsumsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar, 85% mehr als im Vorjahr. Der Rechenzentrum-Umsatz stieg nahezu auf das Doppelte auf 75,2 Milliarden US-Dollar. Auch der Ausblick auf das nächste Quartal lag deutlich über den Markterwartungen. CEO Jensen Huang kündigte an, dass das Rubin-KI-System in der zweiten Jahreshälfte in die Massenproduktion gehen soll. Er rechnet damit, dass Blackwell- und Rubin-Chips in den kommenden Jahren zusammen 1 Billion US-Dollar Umsatz generieren könnten.
Parallel wachsen die Sorgen über die Bewertung am US-Aktienmarkt. Das Shiller-CAPE, ein langfristiger Bewertungsindikator, liegt bei rund dem 40-Fachen und damit auf dem höchsten Niveau seit der Dotcom-Blase. Angesichts der starken Konzentration auf wenige KI-Leitwerte nimmt die Furcht zu, die Rally wiederhole die "extreme Konzentration" der Internet-Blase von 1999.
Regulatorisch sorgte China für neue Impulse: Die chinesische Wertpapieraufsicht veröffentlichte gemeinsam mit acht weiteren Behörden den "Implementierungsplan zur umfassenden Bereinigung illegaler grenzüberschreitender Aktivitäten in Wertpapieren, Futures und Fonds". Ziel ist, illegale grenzüberschreitende Geschäfte ausländischer Institute innerhalb von zwei Jahren vollständig zu beseitigen. Futu, Tiger Brokers und Changqiao Securities wurden laut Bericht mit schweren Strafen belegt; gegen Futu ist eine Geldbuße von 1,85 Milliarden RMB vorgesehen. In der Folge fielen entsprechende, in den USA gelistete chinesische Broker-Aktien deutlich.
Auch der Kryptomarkt lieferte Nachrichten: Die Nasdaq erhielt von der US-Börsenaufsicht SEC die Genehmigung, Bitcoin-Indexoptionsprodukte zu listen. Grayscale reichte die dritte überarbeitete Anmeldung für den Hyperliquid-ETF unter dem Kürzel GHYP ein. Michael Saylor erklärte erstmals, seine Strategie schließe nicht aus, bis 2026 einen Teil der Bitcoin-Bestände zu verkaufen, was am Markt besondere Aufmerksamkeit fand.
Zusätzlich veröffentlichte der Fonds von Duan Yongping seine jüngsten 13F-Daten. Demnach wurden die Positionen in Tesla, NVIDIA und Pinduoduo im ersten Quartal deutlich aufgestockt. Neu hinzu kamen Investments in krypto-nahe Namen wie Circle. Das unterstreicht, dass KI und digitale Vermögenswerte weiterhin zu den zentralen Schwerpunkten globalen Kapitals zählen.