Drift Protocol nach Private-Key-Kompromittierung Opfer eines Krypto-Hacks über 220 Mio. US-Dollar
Beim Solana-basierten DeFi-Perpetuals-Anbieter Drift Protocol ist es zu einem massiven Sicherheitsvorfall gekommen. Der Schaden wird auf mehr als 220 Mio. US-Dollar beziffert, einzelne Schätzungen reichen bis 285 Mio. US-Dollar. Drift bestätigte einen laufenden Angriff und setzte Ein- und Auszahlungen vorübergehend aus.
On-Chain-Ermittler führen den Angriff auf kompromittierte administrative Private Keys zurück. Hinweise auf einen Smart-Contract-Fehler wurden nach Angaben der Analysten bislang nicht gefunden; diese Einschätzung stützt sich auf Transaktionsmuster sowie Aussagen von Sicherheitsfirmen.
Laut On-Chain-Daten erfolgte die erste größere Abbewegung gegen 11:06 Uhr. Rund 41 Mio. JLP-Token im Gegenwert von etwa 155 Mio. US-Dollar wurden aus dem Drift Vault an eine Wallet mit der Kennung "HkGz4K" transferiert. Kurz darauf wurden weitere Vermögenswerte, darunter SOL, Stablecoins, Wrapped Tokens und Memecoins, in mehrere Wallets verschoben und verteilt.
Sicherheitsforscher sprechen von missbräuchlich genutzten privilegierten Rechten. Jiang Xuxian erklärte, die Admin-Schlüssel des Protokolls seien vermutlich kompromittiert oder geleakt worden. Blockchain-Analysen und Warnmeldungen von PeckShield taxieren den möglichen Gesamtschaden auf bis zu 285 Mio. US-Dollar.
Nach dem Vorfall soll der Angreifer Assets in USDC umgewandelt und über CCTP von Solana nach Ethereum gebridget haben. Die Abflüsse zogen sich nach On-Chain-Beobachtungen über mehrere Stunden während der US-Handelszeit. Der On-Chain-Ermittler ZachXBT berichtete, große USDC-Volumina seien während des Angriffs ohne Unterbrechung transferiert worden, was Fragen zur Reaktionsgeschwindigkeit aufwarf.
Parallel warnte die Phantom-Wallet Nutzer vor Interaktionen mit Drift Protocol und aktivierte Schutzmechanismen, solange die Untersuchungen laufen. Drift erklärte, man arbeite mit mehreren Security-Firmen, Bridges und Börsen an der Eindämmung, riet von Einzahlungen ab und verwies auf laufende Ermittlungen. Die genaue Ursache des Exploits wurde bislang nicht abschließend bestätigt.
Am Markt zeigte sich der Vorfall unmittelbar: Der DRIFT-Token fiel laut CoinMarketCap binnen 24 Stunden auf 0,03998 US-Dollar, ein Minus von 42,18%. Die Marktkapitalisierung sank auf 23,23 Mio. US-Dollar. Das 24-Stunden-Handelsvolumen sprang um 354,49% auf 37,97 Mio. US-Dollar; das Verhältnis von Volumen zu Marktkapitalisierung lag bei 163,25% und signalisiert stark erhöhte kurzfristige Aktivität während des Abverkaufs.