Exploit bei Drift Protocol: Bis zu 285 Mio. US-Dollar abgezogen – USDC über CCTP ohne Stopp nach Ethereum transferiert
Ein schwerer Exploit hat das DeFi-Protokoll Drift am 1. April 2026 während der US-Geschäftszeiten getroffen. Nach Angaben aus Onchain-Beobachtungen wurden bis zu 285 Mio. US-Dollar abgezogen. Der Total Value Locked (TVL) brach innerhalb weniger Stunden von 311,38 Mio. auf 23,49 Mio. US-Dollar ein – ein Rückgang der Protokollliquidität um 92,5%.
Der Angreifer bündelte die erbeuteten Vermögenswerte zügig und tauschte sie vor allem in USDC und SOL. Anschließend wurde USDC über mehrere Stunden von Solana nach Ethereum über Circles Cross-Chain Transfer Protocol (CCTP) gebrückt. Der Onchain-Analyst ZachXBT verfolgte die Transaktionen in Echtzeit und erklärte, Circle habe während des Vorfalls nicht eingegriffen.
CCTP verarbeitet Transfers per Burn-and-Mint
CCTP funktioniert, indem USDC auf der Quell-Chain verbrannt und auf der Ziel-Chain neu geprägt werden. Laut ZachXBT liefen dabei neunstellige, mit dem Exploit in Verbindung stehende Transfervolumina durch das System, ohne dass es zu einem Stopp, einer Freeze-Maßnahme oder einer manuellen Prüfung kam. Er wertete das als Hinweis auf fehlendes Monitoring beziehungsweise fehlende Eingriffsmechanismen auf Protokollebene: Die Flows seien groß, schnell und untypisch gewesen, seien aber dennoch passiert.
Frühere Wallet-Freezes sorgen für Kritik
Für Marktteilnehmer wirkt das Vorgehen widersprüchlich. ZachXBT verwies darauf, dass Circle in der Vorwoche versehentlich mehr als 16 geschäftsnahe Wallets eingefroren habe; deren Entsperrung laufe weiterhin. Umso mehr werde gefragt, warum einerseits interne Wallets eingefroren werden konnten, andererseits aber neunstellige Exploit-Transfers über CCTP ungehindert abgewickelt wurden. Der Vorfall ereignete sich zudem während aktiver Stunden, in denen Monitoring-Teams üblicherweise erreichbar sind.
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