DeFi United legt rsETH-Rettungsplan nach Kelp-Angriff über 293 Mio. US-Dollar vor
DeFi United, die mit Aave verbundene Organisation, hat einen technischen Umsetzungsplan vorgestellt, um die Besicherung von rsETH nach dem Angriff auf die Kelp-Crosschain-Bridge am 18. April wiederherzustellen. Bei dem Vorfall wurden 116.500 rsETH im damaligen Gegenwert von rund 293 Mio. US-Dollar freigesetzt, ohne dass auf Unichain eine entsprechende Vernichtung der Token erfolgte.
Kern des Plans ist, zugesagtes Ethereum (ETH) schrittweise in rsETH umzuwandeln und die Token in den gesperrten Vault der betroffenen Bridge einzuzahlen. Sobald die Besicherung wieder hergestellt ist, soll der Normalbetrieb der Bridge wieder aufgenommen werden. Aave zufolge haben LayerZero und Kelp vor der vollständigen Wiederinbetriebnahme zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen implementiert.
Parallel will DeFi United Positionen auf Aave und Compound liquidieren, die dem Angreifer zugeordnet werden, um Sicherheiten zurückzugewinnen und die Marktfolgen zu begrenzen. Nach Angaben der Organisation halten sieben mit dem Angreifer verknüpfte Adressen weiterhin aktive rsETH-besicherte Positionen auf Aave und Compound. Das entspricht rund 107.000 rsETH von den insgesamt 116.500 rsETH, die im Zuge des Angriffs freigesetzt wurden.
Die vorgeschlagene Ausführungsreihenfolge sieht vor, den rsETH-Oracle-Preis vorübergehend anzupassen, um eine kontrollierte Liquidation zu ermöglichen. Die zurückgewonnenen Sicherheiten sollen anschließend in die DeFi-United-Multisig-Wallet übertragen werden. Danach soll der Oracle zurückgesetzt, rsETH in ETH eingelöst und die Erlöse genutzt werden, um die entstandene Lücke in den betroffenen Märkten zu schließen.
Damit werden die bisher angekündigten Zusagen zur rsETH-Stabilisierung in einen koordinierten technischen Prozess überführt, der Governance-Freigaben, temporäre Oracle-Anpassungen und die Umsetzung über mehrere DeFi-Protokolle hinweg erfordert. Der Plan bleibt abhängig von DAO-Abstimmungen, der finalen Protokollausgestaltung und davon, dass der Angreifer die Liquidationsschritte nicht stört.
Unterstützung aus dem Ethereum-Umfeld
Die technische Vorlage baut auf vorherigen Initiativen zur Finanzierung und Governance-Unterstützung für die rsETH-Erholung auf. Am Montag schlossen sich ConsenSys und Ethereum-Mitgründer Joe Lubin DeFi United an und sagten bis zu 30.000 ETH zu. Zudem trat das in der Ethereum-Treasury geführte Unternehmen Sharplink als Berater bei, um die Ausarbeitung eines Rettungsplans zu unterstützen.
Ebenfalls am Montag beantragte Aave Labs beim Arbitrum DAO, die 30.765 ETH freizugeben, die nach dem Angriff vom Arbitrum Security Council eingefroren worden waren, und die Mittel an DeFi United zu übertragen. DeFi United gibt an, Zusagen von insgesamt über 300 Mio. US-Dollar gesichert zu haben.
Laut Website von DeFi United beliefen sich die bis Dienstag eingesammelten oder zugesagten Mittel auf 302,26 Mio. US-Dollar, entsprechend 132.706,903 ETH. Ein Teil der Zusagen steht noch unter dem Vorbehalt von DAO-Abstimmungen und der finalen Umsetzung.