Bitcoin-Nachfrage schrumpft: Privatanleger und große Adressen verkaufen im Q1 2026 netto mehr als 157.000 BTC
Laut einer Analyse von CryptoQuant ist die interne Nachfrage am Bitcoin-Markt im ersten Quartal 2026 deutlich zurückgegangen. Die 30-Tage-Nettonachfrage lag insgesamt bei 63.000 BTC. Trotz beschleunigter institutioneller Käufe – rund 50.000 BTC über ETFs und etwa 44.000 BTC über Strategy – überwog auf der Verkäuferseite der Abgabedruck: Privatanleger, langfristig orientierte Wale und Miner verkauften in Summe netto rund 157.000 BTC.
Besonders auffällig ist der Rollenwechsel großer Adressen: Wallets mit 1.000 bis 10.000 BTC sind von den größten Käufern zu den größten Verkäufern geworden und haben in den vergangenen zwölf Monaten etwa 188.000 BTC verteilt. Mittlere Halter (100 bis 1.000 BTC) kaufen weiter zu, ihr Tempo hat sich seit Oktober 2025 aber um mehr als 60% verlangsamt.
Der Spotpreis bewegt sich weiter in einer Spanne von 67.000 bis 68.000 US-Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von rund 21% gegenüber den gewichteten durchschnittlichen Kosten von 54.286 US-Dollar. CryptoQuant leitet daraus ab, dass die meisten Marktteilnehmer weiterhin im Plus sind und der Markt noch kein Tief ausgebildet hat.
Stimmung und Kapitalflüsse laufen auseinander: Der Fear & Greed Index verharrt im Bereich "Extreme Fear" (8–14), gleichzeitig verzeichneten Bitcoin-ETFs im März Nettozuflüsse von mehr als 1 Mrd. US-Dollar. Der Coinbase Premium Index bleibt negativ, was auf eine begrenzte Beteiligung US-amerikanischer Institutioneller hindeutet.
Geopolitische Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt sorgte zuletzt wiederholt für Kursschwankungen. CryptoQuant beschreibt die Marktreaktion als abwartend; die Nachfrage nehme graduell ab, nicht in Form von Panikverkäufen.
Seit dem Allzeithoch von 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 ist Bitcoin um etwa 47% gefallen. Das liegt deutlich unter den Einbrüchen von mehr als 85% in den Zyklen 2013 und 2017. Zack Wainwright wertet dies als Zeichen zunehmender Marktreife und einer schrittweise abnehmenden Volatilität.
Als mögliche Kurstreiber nennt der Bericht eine Genehmigung eines günstigen Bitcoin-ETFs durch Morgan Stanley. Damit könnten 16.000 Finanzberater Zugang zu einem verwalteten Vermögen von 6,2 Bio. US-Dollar erhalten. Zudem könnte der STRC-Preferred-Stock-Ansatz von Strategy, der weiterhin monatlich 44.000 BTC kauft, für eine stabilere Nachfrage sorgen.
Kurzfristige technische Signale deuten darauf hin, dass Bitcoin bei einer Entspannung der Lage im Iran in den Bereich von 71.500 bis 81.200 US-Dollar zurücklaufen könnte. CryptoQuant kommt insgesamt zu dem Schluss, dass die interne Nachfrage schrumpft und die aktuelle Preisstütze vor allem von institutionellen ETFs, Strategy und neuen Nachfragekanälen getragen wird, die den Verkaufsdruck von Privatanlegern und großen Haltern fortlaufend absorbieren. (CoinDesk)