Bitcoin rutscht nach überraschend hoher US-Inflation bis auf 77.678 US-Dollar ab
Nach der Veröffentlichung stärker als erwarteter US-Inflationsdaten sind Risikoanlagen weltweit unter Druck geraten – der Kryptomarkt reagierte mit einem schnellen Ausverkauf. Wie CoinDesk berichtet, fiel die gesamte Marktkapitalisierung am 16. Mai innerhalb von weniger als einer Stunde um rund 90,3 Mrd. US-Dollar auf etwa 2,59 Bio. US-Dollar. Bitcoin gab zwischenzeitlich bis auf 77.678 US-Dollar nach. Ethereum, XRP, Solana und Dogecoin verloren jeweils zwischen 3,5% und 6%.
Die Belastung kam nicht nur aus dem Kryptosektor. Der jüngste US-PPI lag laut Berichten rund 6% über den Markterwartungen und erreichte den höchsten Stand seit Dezember 2022. Zuvor war bereits der CPI im April auf 3,8% gestiegen. Zwei Inflationsüberraschungen in Folge dämpfen die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank. Daten von CME FedWatch zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung bis Dezember dieses Jahres auf über 44% gestiegen ist. In diesem Umfeld zieht Kapital verstärkt aus hochriskanten Anlagen ab – entsprechend geraten Kryptowährungen unter Druck.
Zusätzliche Verkaufsimpulse kamen von institutionellen Flows. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Tag zusammen Nettoabflüsse von rund 290 Mio. US-Dollar und beendeten damit sechs Wochen in Folge mit Nettozuflüssen. Bei BlackRocks IBIT belief sich der Abfluss auf etwa 136 Mio. US-Dollar. Nach Daten von SoSoValue summierten sich die Nettoabflüsse aus Bitcoin-ETFs in der vergangenen Woche auf rund 1,15 Mrd. US-Dollar. Analyst Ali Martinez wies zudem darauf hin, dass Bitcoin-Miner in den vergangenen vier Tagen nahezu 800 BTC verkauft hätten – beim aktuellen Kursniveau rund 64 Mio. US-Dollar – was den Spot-Verkaufsdruck weiter erhöhte.
Im Derivatemarkt verstärkte sich die Bewegung durch Liquidationen. CoinGlass zufolge wurden in den vergangenen 24 Stunden nahezu 154.000 Trader liquidiert; das gesamte Liquidationsvolumen lag bei etwa 696 Mio. US-Dollar. Auf Bitcoin entfielen mehr als 235 Mio. US-Dollar, ein Anstieg um 125%. Gleichzeitig sank das Open Interest bei Krypto-Derivaten um mehr als 25%, ein Hinweis darauf, dass zahlreiche gehebelte Positionen liquidiert oder geschlossen wurden. Die aggressive Auflösung von Long-Positionen verstärkte den Kursrückgang.
Altcoins gerieten noch stärker unter Druck. Bei spürbar sinkender Risikobereitschaft entwickelten sich alternative Coins insgesamt schwächer als Bitcoin. Deutlichere Verluste verzeichneten unter anderem XRP, Solana, BNB, Hyperliquid, Zcash, Dogecoin, Chainlink und Cardano. Laut Bericht wurde die Korrektur durch das Zusammenspiel aus Makrodaten, ETF-Rückgaben und der Bereinigung gehebelter Positionen ausgelöst, wodurch die kurzfristige Kaufstütze nachließ und zuvor aufgebaute, konzentrierte Long-Positionen aus der Phase der Kapitalzuflüsse offengelegt wurden.