Charles Schwab startet in diesem Quartal Spot-Handel mit Bitcoin und Ethereum

Charles Schwab rückt beim direkten Kryptohandel einen Schritt näher. Nach Jahren, in denen Kundinnen und Kunden digitale Vermögenswerte vor allem über börsengehandelte Produkte, kryptobezogene Aktien und Futures abbilden konnten, kündigt der Broker nun an: "Schwab Crypto" soll in Kürze starten. Interessierte können sich bereits für eine Early-Access-Liste registrieren, um Bitcoin und Ethereum über die Charles Schwab Premier Bank, SSB, handeln zu können. Die Dimension des geplanten Angebots ist für einen US-Brokerage-Start bemerkenswert: Im jüngsten Monatsbericht bezifferte Schwab die gesamten Kundenvermögen zum Ende Februar auf 12,22 Billionen US-Dollar. Der Launch ist zunächst als begrenzte Einführung in diesem Quartal geplant, bevor eine breitere Ausweitung folgen soll. Schrittweiser Rollout bestätigt Auf der öffentlichen Krypto-Seite des Unternehmens heißt es, das neue Konto ermögliche berechtigten Nutzerinnen und Nutzern den direkten Kauf und Verkauf von Bitcoin und Ethereum. Als Anbieter wird die Charles Schwab Premier Bank, SSB, genannt. Verfügbar sein soll das Produkt in US-Bundesstaaten mit Ausnahme von New York und Louisiana. Damit geht Schwab über allgemeine Strategieaussagen hinaus und signalisiert konkrete Startvorbereitungen. Einen ähnlichen Kurs hatte Schwab bereits zuvor angedeutet. Barron's berichtete im März, CEO Rick Wurster rechne mit einem begrenzten Start des direkten Kryptohandels im zweiten Quartal 2026 und einer anschließenden Ausweitung. Schwabs eigene Unterlagen unterstreichen zugleich die potenzielle Reichweite: Ende Februar meldete das Unternehmen 38,9 Millionen Brokerage-Konten sowie Kundenvermögen von 12,22 Billionen US-Dollar. Direkter Spot-Handel verändert das Angebot Bislang erfolgte der Zugang zu digitalen Assets bei Schwab primär indirekt, etwa über Spot-Krypto-ETPs, Krypto-Futures und Aktienprodukte mit Branchenbezug. Mit direktem Spot-Handel fällt die Abhängigkeit von solchen Stellvertreter-Instrumenten weg. Krypto rückt damit in dieselbe Kontoumgebung, die viele Privat- und Beratungskunden bereits für Aktien, ETFs und Liquiditätsmanagement nutzen. Marktzugang entsteht häufig schrittweise. Stablecoins bilden bereits heute einen wesentlichen Teil der Liquiditätsbasis in den Kryptomärkten. DeFiLlama bezifferte die gesamte Stablecoin-Marktkapitalisierung am 4. April auf rund 317,3 Milliarden US-Dollar. Schwabs geplantes Angebot schafft einen zusätzlichen Vertriebskanal, indem Spot-Bitcoin und -Ethereum in einen etablierten Brokerage-Workflow integriert werden. Worauf der Markt als Nächstes schaut Entscheidend wird zunächst die Nachfrage innerhalb der bestehenden Schwab-Kundschaft sein. Ein begrenzter Start erlaubt dem Unternehmen, Nutzungsverhalten auszuwerten, bevor der Rollout ausgeweitet wird. Die ersten Daten dürften auch beeinflussen, welche Kundensegmente als Nächstes adressiert werden und ob es bei Bitcoin und Ethereum bleibt oder später weitere Coins hinzukommen. Bislang nennt Schwab auf seiner Krypto-Seite keine erweiterte Coin-Liste, das Produkt bleibt kurzfristig also bewusst eng gefasst und leichter zu überwachen. Parallel dürfte die Reaktion der Konkurrenz Aufmerksamkeit erhalten: Morgan Stanley bewirbt bereits einen "coming soon" Krypto-Service für Bitcoin, Ethereum und Solana. Schwabs Schritt ist damit Teil eines breiteren Wettbewerbs der Brokerhäuser um den Krypto-Vertrieb.