Bitcoin tritt auf der Stelle: Hormuz-Störungen und steigende Renditen überlagern ETF-Erfolg

An den Märkten geben derzeit Makro- und geopolitische Faktoren den Ton an – und Bitcoin bleibt außen vor. Trotz eines jüngsten regulatorischen Etappensiegs durch den Clarity Act zeigt sich Bitcoin (BTC) auffallend unbewegt. Der Kurs liegt bei rund 77.200 US-Dollar (zuletzt 77.349,71 US-Dollar), binnen 24 Stunden kaum verändert und auch auf Wochensicht praktisch unverändert. Die eigentliche Dynamik spielt sich aktuell in Rohstoffen und im Makroumfeld ab. Im Fokus steht die Straße von Hormus. Störungen bei Schwefellieferungen – entscheidend für die Produktion von Schwefelsäure, die in der Kupferraffination eingesetzt wird – haben spekulatives Kapital in Kupfer gelenkt und die Ölpreise nahe 100 US-Dollar je Barrel hoch gehalten. Der Rohstoffdruck schürt Inflationssorgen und stützt die Anleiherenditen. Das verschlechtert kurzfristig das Umfeld für Risikoanlagen wie Krypto. US-Aktien nähern sich gleichzeitig neuen Rekorden, getragen von erneutem KI-Optimismus. Das unterstreicht, dass die aktuelle Markterzählung von Geopolitik und KI-getriebenem Wachstum geprägt ist – nicht von Bitcoin. Auch die Kapitalflüsse spiegeln das wider: US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in dieser Woche Abflüsse von 1,15 Mrd. US-Dollar, nach 1,0 Mrd. US-Dollar in der Vorwoche, wie SoSoValue ausweist. Zudem ist der Coinbase-Premium – ein Indikator für die US-Nachfrage im Vergleich zur globalen Nachfrage – auf ein Monatstief gefallen. Analysten sehen hierin ein klares Signal: Erst wenn sich diese Nachfrageindikatoren deutlich verbessern, kann Bitcoin eine nachhaltige Rally starten. Ob das gelingt, solange die Märkte auf Hormus und KI fixiert bleiben, ist offen. Der Kryptomarkt zeigt dennoch nicht überall Schwäche. Einzelne Nischen profitieren von neuen Narrativen und Produktimpulsen. Aufmerksamkeit ziehen unter anderem Onchain-Perpetuals und quantumresistente Tokens auf sich. Layer-1-Protokoll Near (NEAR) sprang nach der Ankündigung eines umfangreichen Upgrades für automatisiertes Scaling und Quantenresilienz in den vergangenen 24 Stunden um mehr als 25%. In den traditionellen Märkten ist das Bild gemischt. Nasdaq-Futures gaben frühe Gewinne ab und notieren weitgehend unverändert, nach der jüngsten Berichtssaison bleiben viele Analysten aber insgesamt konstruktiv für Aktien. Fazit: Wachsam bleiben, weil makroökonomische Kräfte die Risk-on/Risk-off-Dynamik weiter dominieren. Kurz technisch: Der 14-Tage Relative-Stärke-Index (RSI) von HYPE ist über 70 gestiegen. Viele Trader werten Werte über 70 als "überkauft", das greift jedoch zu kurz. Der RSI misst Momentum – ein Wert über 70 steht für starkes bullisches Momentum und kann in Trendphasen auch ohne unmittelbare Gegenbewegung anhalten. Für vertiefende Analysen: "Crypto Markets Today" zu Altcoins und Derivaten sowie CoinDesk's "Crypto Week Ahead" mit dem Terminkalender der Woche.