Hormuz-Ultimatum und steigender Ölpreis belasten Krypto: Bitcoin verliert 2,2%
Trumps 48-Stunden-Ultimatum rund um die Straße von Hormus hat die Risikoaversion rasch bis in den Kryptomarkt getragen und Bitcoin (BTC) erneut als erstes Ventil für makroökonomischen Stress positioniert. Innerhalb weniger Stunden schwankte BTC zwischen 68.265 und 71.051 US-Dollar, bevor sich der Kurs nahe 69.195 US-Dollar einpendelte – ein Minus von 2,2%. Die ausgeweitete Handelsspanne deutet eher auf eine schnelle Neubewertung als auf stabile Nachfrage hin.
Parallel stiegen die Liquidationen auf über 300 Mio. US-Dollar, ein Plus von 80%. Mehr als 123 Mio. US-Dollar entfielen auf BTC, was darauf hindeutet, dass Zwangsauflösungen die Kursbewegung dominierten (Quelle: CoinGlass). Ethereum (ETH) gab ebenfalls nach und fiel 2,1%, ein Zeichen für die breite Risikosensitivität. Mit zunehmender Volatilität rutschte der Fear-and-Greed-Index auf 9, während der Anteil der Short-Positionen auf 51,7% stieg. Das spricht für Absicherung statt Aufbau neuer Positionen – ein Umfeld mit fragiler Liquidität und eher reaktiver als überzeugungsgetriebener Nachfrage.
Auch der Gesamtmarkt korrigierte. Ethereum fiel um 3,01% auf 2.091 US-Dollar, Ripple (XRP) um 3,04% und Solana (SOL) um 2,86%. Die Bewegung verlief koordiniert, fiel aber je nach Coin unterschiedlich stark aus. Das unterstreicht, dass Altcoins bei enger werdender Liquidität die Abwärtsbewegung oft verstärken, sich aber weiterhin eng an Bitcoin orientieren.
Die gesamte Marktkapitalisierung sank auf 2,37 Bio. US-Dollar, was auf Kapitalabflüsse hindeutet, ohne dass die Marktstruktur vollständig bricht. Der CoinMarketCap 20 Index verlor 2,5% und bestätigte die Schwäche bei Large Caps. Damit kühlt die Risikobereitschaft ab, Kapital wird selektiver – Altcoins bleiben anfällig, könnten sich aber rasch stabilisieren, falls Bitcoin wieder Momentum aufbaut.
Mit der Zuspitzung der Hormus-Lage blieb Bitcoin im Gleichlauf mit Risk Assets, ein Flucht-in-Sicherheit-Effekt blieb aus. Die Bitcoin-Dominanz stieg auf 58,2% (+0,27%) und signalisiert eine Rotation innerhalb des Kryptomarkts in Richtung BTC statt breit angelegter Zuflüsse. Das wirkt defensiv, nicht wie neue Risikofreude.
Die ETF-Flows zeigten ebenfalls wechselnde Überzeugung. Am 17. März verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs Nettozuflüsse von 199 Mio. US-Dollar, am 18. März drehte das Bild auf 163 Mio. US-Dollar Nettoabflüsse. Die kumulierten Zuflüsse liegen dennoch weiterhin bei über 56 Mrd. US-Dollar, was auf anhaltendes institutionelles Interesse trotz kurzfristiger Schwankungen hindeutet.
Da der Kurs nahe 68.700–69.000 US-Dollar hält, wirkt Stabilität eher bedingt als robust. Gleichzeitig zeigt das Stablecoin-Angebot keine deutliche Ausweitung – frische Liquidität kommt derzeit nur begrenzt in den Markt.
Nic Puckrin, Mitgründer von Coin Bureau, warnt: "Anhaltende Ölpreise über 100 US-Dollar könnten Stagflation auslösen, das Wachstum schwächen und die Inflation erhöhen." Das deute darauf hin, dass Märkte Risiken unterschätzen könnten – mit entsprechendem Abwärtspotenzial für Bitcoin und Altcoins, falls sich die makroökonomischen Bedingungen weiter verschlechtern.
Zusammenfassung: Liquidationen von über 300 Mio. US-Dollar unterstreichen die fragile Liquidität und Bitcoins Verhalten als makrosensitiver Risiko-Asset. Der Rückgang griff auf Altcoins über, während die Marktkapitalisierung auf 2,37 Bio. US-Dollar fiel – ein Hinweis darauf, wie stark Altcoins bei Bitcoin-Abwärtsbewegungen verwundbar bleiben.