Bitcoin rutscht unter 60.000 US-Dollar – tiefster Stand seit Oktober 2024

Bitcoin ist am Freitag unter die Marke von 60.000 US-Dollar gefallen und damit auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2024. Nach Angaben von CoinDesk unterschritt die Kryptowährung damit auch das Tief, das während des kräftigen Markteinbruchs im Februar dieses Jahres erreicht wurde. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf nahezu 20%. Vom Hoch oberhalb von 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 hat Bitcoin damit mehr als 52% abgegeben. Als Belastungsfaktoren nennt der Bericht eine Kombination mehrerer Entwicklungen. So soll Strategy, lange Zeit als größter einzelner Bitcoin-Käufer am Markt angesehen, vom Käufer zum Verkäufer geworden sein. Das dämpft Erwartungen an anhaltende Nachfrageimpulse. Gleichzeitig verzeichnen US-Spot-Bitcoin-ETFs weiter Mittelabflüsse. Zudem hätten einige Anleger nach dem Rückzug aus Krypto-Assets Kapital in zuletzt besser laufende KI-nahe Aktien und Sektoren umgeschichtet, was die marginale Finanzierungsunterstützung für Bitcoin schwächt. Auch die Zinserwartungen drücken auf Risikoanlagen. Hartnäckig hohe Inflation in den USA und stärker als erwartete Arbeitsmarktdaten haben laut Bericht zu einer Neubewertung des geldpolitischen Pfads der US-Notenbank geführt. Wetten auf Zinssenkungen nehmen ab; stattdessen wird am Markt inzwischen auch die Möglichkeit eingepreist, dass der nächste Schritt eine Zinserhöhung sein könnte. Die Risikoscheu zeigte sich auch an den US-Aktienmärkten: Nach einer Serie von Rekordständen verlor der Markt an Schwung, der Nasdaq gab am Freitag um mehr als 2% nach. Zusätzlich verarbeitet der Markt Sicherheitsbedenken rund um Kryptoprotokolle. Im Fokus stehen Sorgen, dass Fortschritte bei KI und Quantencomputing Schwachstellen in kryptografischen Verfahren offenlegen könnten. Der Bericht verweist auf einen Vorfall, bei dem Anthropic's jüngstes Modell Opus 4.8 geholfen habe, eine kritische Verwundbarkeit zu identifizieren; die Privacy-Coin Zcash sei daraufhin über Nacht um mehr als 40% eingebrochen. Auch wenn solche Ereignisse nur wenige Token betreffen, erhöhen sie die Sensibilität für Protokollsicherheit. In einer bereits schwachen Marktphase können zusätzliche Risikofaktoren schneller Risk-off-Verhalten und Verkaufsdruck auslösen.